Zunehmen – Kalorien erlaubt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Februar 2015)

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Wenn von zunehmen die Rede ist, denken viele als Erstes an Übergewicht – denn für die meisten ist zunehmen ganz leicht, abnehmen hingegen fällt ihnen umso schwerer. Dass es aber auch Menschen gibt, denen es Probleme bereitet, an Gewicht zuzulegen und die mit Untergewicht zu kämpfen haben, können viele nicht nachvollziehen. Eine Unterversorgung an wichtigen Nährstoffen kann sich aber genauso negativ auf die Gesundheit auswirken wie Übergewicht. test

„Iss doch mal was“, hören Betroffene oft – dass sie dies zur Genüge tun, aber trotzdem nicht zunehmen, klingt unlogisch, kann aber für Untergewichtige zum echten Problem werden. Vielen Menschen, die sehr dünn sind, wird gar unterstellt, dass sie an einer Essstörung leiden. Tatsächlich gibt es neben Essstörungen aber viele andere Ursachen, die dazu führen, dass manche Menschen – so viel sie auch essen – nicht zunehmen.

Schlechte Futterverwerter

Wie der Körper gebaut ist und wie er Nährstoffe aus der aufgenommenen Nahrung verwertet, ist größtenteils genetisch bedingt. Bei Menschen, die schwer zunehmen können, sorgt mitunter ein aktiver Stoffwechsel dafür, dass der tägliche Kalorienbedarf 300 oder 400 Kilokalorien über dem Normalbereich liegt. Hinzu kommt, dass die Nährstoffe aus der Nahrung schlechter verwertet werden können.

Auch verschiedene Krankheiten verhindern, dass manche Menschen an Gewicht zulegen. Manche Erkrankungen können die Nahrungsverwertung stören, einen erhöhten Nährstoffbedarf hervorrufen oder dazu führen, dass der Betroffene durch bestimmte Störungen weniger Nahrung aufnehmen kann.

Ein erhöhter Nährstoffbedarf besteht beispielsweise bei

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Verwertung der Nährstoffe gestört sein:

Folgende Ursachen können die Nahrungsaufnahme erschweren:

  • chronische Entzündungen
  • chronische Organerkrankungen (z.B. Magen, Darm, Leber)
  • Entzündung oder Engstellen im Magen-Darm-Trakt
  • Bewegungsstörungen des Darms
  • Medikamente
  • Veränderung des Geschmackssinns
  • veränderter Geruchssinn
  • Kau- und Schluckstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • schlechte Zähne, Probleme mit Zahnprothesen
  • psychosoziale Probleme wie Demenz, Trauer, Einsamkeit, Depression

Bei einigen Menschen schlägt Stress auf den Magen und verdirbt ihnen förmlich den Appetit. Auch das kann dazu führen, dass manche Menschen nicht zunehmen, sondern im Gegenteil sogar kontinuierlich an Gewicht verlieren.

Welche Ursache auch immer zugrunde liegt: Wenn der Körper weniger Kalorien bekommt, als er braucht, muss er aus den Fettreserven schöpfen. Dies hat zur Folge, dass das Körpergewicht sinkt und Betroffene immer dünner werden.

Wenn Sie feststellen, dass Sie stetig und / oder schnell an Gewicht verlieren beziehungsweise Probleme haben, zuzunehmen, oder wenn bei Ihnen Untergewicht besteht, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.