Chronische Übersäuerung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. März 2014)

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Unter dem Begriff chronische Übersäuerung verstehen manche Anhänger alternativer Medizin- und Ernährungslehren einen Zustand, in dem der Körper Säuren nicht mehr neutralisieren kann, sodass sie sich zum Beispiel dauerhaft im Bindegewebe ablagern. Als Hauptübeltäter wird eine falsche Ernährung gesehen. Diese Theorie lässt sich medizinisch und naturwissenschaftlich nicht bestätigen.

Im schulmedizinischen Sinn kann eine chronische Übersäuerung entstehen, wenn etwa die Nierenfunktion eingeschränkt ist (chronische Niereninsuffizienz) – hier liegt eine organische Ursache zugrunde. Zudem gibt es eine akute Übersäuerung, Azidose genannt. Sie wird ebenfalls durch ernsthafte Erkrankungen ausgelöst und muss ärztlich behandelt werden. Beide Formen lassen sich im Blut unter anderem anhand eines abweichenden pH-Werts feststellen.

Befürworter der Theorie einer durch die Ernährung und den Lebensstil bedingten chronischen Übersäuerung sehen im hohen Fleischkonsum, im unzureichenden Verzehr von Obst und Gemüse, wenig Bewegung sowie einem übermäßigen Kaffee- und Alkoholkonsum bei insgesamt zu geringer Flüssigkeitsaufnahme den Auslöser der Übersäuerung. Alles zusammen soll den Säure-Basen-Haushalt langfristig aus dem Gleichgewicht bringen.

Ob eine chronische Übersäuerung vorliegt, lässt sich nach Meinung der Befürworter des Konzeptes selbstständig über die Urinwerte mithilfe von pH-Teststreifen feststellen. Die Blut-pH-Werte sollen unverändert sein. Eine Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung sollen mit der Zeit einer Übersäuerung entgegenwirken können. Zur akuten Behandlung empfehlen sie beispielsweise Basenpräparate, die eine Übersäuerung neutralisieren können sollen.