Süßstoffe und Zuckeraustausch­stoffe: Zuckeraustauschstoffe

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. September 2010)

Bei Zuckeraustauschstoffen handelt es sich im Gegensatz zu Süßstoffen um Kohlenhydrate (Zucker), die der menschliche Körper insulinunabhängig verwertet und die man deshalb anstelle von Zucker in der Diät von Diabetikern einsetzen kann. Die Süßkraft von Zuckeraustauschstoffen beträgt immerhin etwa 40 bis 70 Prozent der Süßkraft von Haushaltszucker.

Zuckeraustauschstoffe verursachen nur einen geringen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels im Blut. Die meisten Zuckeraustauschstoffe gehören zur Gruppe der Zuckeralkohole und haben einen Energiegehalt von etwa vier Kilokalorien pro Gramm. Diabetikern müssen sie daher – im Gegensatz zu den Süßstoffen – in die Brennwertberechnung mit einbeziehen. Aus dem gleichen Grund sind Zuckeraustauschstoffe für eine kalorienreduzierte Ernährung weniger geeignet als Süßstoffe.

Die Bakterien der Mundflora können Zuckeraustauschstoffe nicht verwerten. Produkte mit Zuckeraustauschstoffen gelten deshalb als zahnfreundlich. Sie werden zum Beispiel in vielen Kaugummis verwendet. In größeren Mengen können Zuckeraustauschstoffe zu Blähungen und Durchfall führen, da der Dünndarm sie nicht vollständig aufnimmt und sie deshalb teilweise unverändert in den Dickdarm gelangen. Daher müssen Lebensmittel, die mehr als zehn Prozent Zuckeraustauschstoffe enthalten, mit dem Hinweis "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" versehen sein.

Zuckeraustauschstoffe gibt es als Pulver, das sich aufgrund der zuckerähnlichen Struktur gut zum Kochen und Backen eignet. Zu den Zuckeraustauschstoffen zählen zum Beispiel die Zuckeralkohole Sorbit, Mannit, Isomalt, Xylit, Maltit und Laktit sowie die Zuckerart Fruktose (Fruchtzucker).