Süßstoffe und Zuckeraustausch­stoffe: Beispiele für Süßstoffe

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (08. September 2010)

Acesulfam (E 950)

Acesulfam (E 950) hat eine etwa 200-mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker. In hoher Konzentration nimmt allerdings die Süßkraft ab und es kann ein metallischer Beigeschmack entstehen. In der Lebensmittelverarbeitung wird Acesulfam unter anderem für kalorienreduzierte oder ohne Zuckerzusatz hergestellte aromatische Getränke auf Milch- oder Wasserbasis, für Speiseeis, Obstkonserven, Konfitüren, Gelees, Marmeladen und Süßigkeiten ohne Zuckerzusatz, Feinkostsalate und alkoholfreies Bier verwendet.

Acesulfam wird vom Körper nicht aufgenommen, sondern über den Harn unverändert ausgeschieden und ist somit kalorienfrei. Die tägliche Höchstmenge, die aufgenommen werden darf, liegt bei neun Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Aspartam (E 951)

Aspartam (E 951) besteht aus den beiden Eiweißen Asparaginsäure und Phenylalanin und wird im Körper auch wie Eiweiß abgebaut. Deshalb ist es nicht kalorienfrei, sondern liefert ebenso viel Energie wie selbiges (etwa vier Kilokalorien pro Gramm). Auch höhere Konzentrationen in Lebensmitteln lassen im Gegensatz zu Acesulfam keinen metallischen Beigeschmack entstehen. Allerdings ist Aspartam nicht hitzebeständig und zerfällt bei Temperaturen über 200 Grad Celsius. Aus diesem Grund ist Aspartam zum Kochen und Backen nicht geeignet.

In der Lebensmittelverarbeitung wird Aspartam häufig mit Cyclamat kombiniert, vor allem zur Herstellung von kalorienreduzierten Erfrischungsgetränken, Dessertspeisen, Milchzubereitungen, Speiseeis, Brotaufstrichen, Senf, Soßen, Obstkonserven und Spirituosen.

Die tägliche Höchstmenge, die aufgenommen werden darf, liegt bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Menschen mit der erblichen Erkrankung Phenylketonurie dürfen Aspartam nicht verwenden, da sie die aus diesem Süßstoff enthaltene Aminosäure Phenylalanin nicht abbauen können. Lebensmittel, die diesen Süßstoff enthalten, sind deshalb mit dem Warnhinweis "enthält eine Phenylalaninquelle" versehen.

Ob Süßstoff Aspartam möglicherweise krebserregend ist, ist nicht ganz eindeutig. Verschiedene Studien kommen hier zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Cyclamat ( E 952)

Cyclamat (E 952) ist der Oberbegriff für die Natrium- und Kaliumsalze der Cyclohexansulfamidsäure. Sie sind sehr lange lagerfähig und auch sehr hitzestabil, weshalb sie sich zum Kochen und Backen eignen. Die Süßkraft von Cyclamat ist etwa 35-mal höher als die von Haushaltszucker. Cyclamat wird zur Geschmacksabrundung und Süßkraftsteigerung häufig mit dem Süßstoff Saccharin kombiniert. In der Lebensmittelverarbeitung ist Cyclamat für kalorienreduzierte Getränke, Desserts auf Basis von Eiern, Gebäck und Süßigkeiten ohne Zuckerzusatz zugelassen.

Die tägliche Höchstmenge, die aufgenommen werden darf, liegt bei sieben Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Kinder können durch größere Mengen kalorienreduzierter Getränke vor allem im Sommer sehr leicht den empfohlenen Höchstwert erreichen.

Der Einsatz von Cyclamat ist umstritten, da der Süßstoff laut einigen Studien krebserregend ist, während andere diese nicht bestätigen können.

Saccharin (E 954)

Saccharin (E 954) war der erste industriell gefertigte Süßstoff. Er umfasst auch Natrium-, Kalium- und Kalziumsalze des Saccharins. Der Süßstoff ist etwa 450- bis 550-mal so süß wie Haushaltszucker und wird unverändert mit dem Harn ausgeschieden. Saccharin ist daher praktisch kalorienfrei. In hohen Konzentrationen entsteht ein bitter-metallischer Beigeschmack, es wird deshalb häufig mit Cyclamat, Thaumatin und Zuckeraustauschstoffen kombiniert. Saccharin kommt bei der Herstellung von sogenannten Light-Produkten und Diabetikerlebensmitteln ohne Zuckerzusatz zum Einsatz.

Die tägliche Höchstmenge, die aufgenommen werden darf, liegt bei 2,5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Thaumatin (E 957)

Thaumatin (E 957) wird aus den Samenkapseln des westafrikanischen Staudengewächses Thaumatococcus daniellii (Katamfe) gewonnen oder aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Der menschliche Körper nimmt Thaumatin schnell auf und scheidet es unverändert mit dem Harn wieder aus. Der Süßstoff ist somit praktisch kalorienfrei. Thaumatin ist etwa 2.500-mal so süß wie Haushaltszucker und wird deshalb nur in kleinen Mengen verwendet.

Eine tägliche Höchstmenge für den Verzehr ist für Thaumatin nicht festgesetzt – es gilt als unbedenklich.

Neohesperidin-DC (E 959)

Neohesperidin-DC (E 959) kommt unter anderem in kalorienreduzierten Getränken auf Wasserbasis, Snacks und Knabbererzeugnissen zum Einsatz.

Zwar nimmt der Körper geringe Mengen Neohesperidin-DC über den Darm aufgenommen, der Kaloriengehalt ist jedoch vernachlässigbar gering. Neohesperidin-DC ist etwa 600-mal süßer als Haushaltszucker und entwickelt bei den üblicherweise verwendeten Mengen einen mentholartigen Beigeschmack. Aus diesem Grund kann man den Süßstoff nicht überall einsetzen und kombiniert ihn häufig mit Aromen oder anderen Süßstoffen eingesetzt. Die tägliche Höchstmenge, die aufgenommen werden darf, beträgt fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.