Sorbit (Sorbitol): Sorbitintoleranz (Sorbitunverträglichkeit)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (18. März 2014)

Bei einer Sorbitintoleranz (auch: Sorbitunverträglichkeit oder Sorbitmalabsorption) handelt es sich nicht um eine allergische Reaktion auf Sorbit (Sorbitol). Vielmehr funktioniert bei den Betroffenen das Sorbit-Aufnahmesystem im Dünndarm in unterschiedlichem Ausmaß nicht. Diese Aufnahmestörung kann vorübergehend auftreten oder dauerhaft vorhanden sein.

Bei einer Sorbitintoleranz funktioniert die Aufnahme von Sorbit über die Dünndarmwand schlechter, wodurch Sorbit größtenteils direkt in den Dickdarm weiterwandert. Als Folge kommt es durch seine osmotische Wirkung und den Abbau durch die Darmflora zu Beschwerden.

Wie empfindlich Betroffene mit Sorbitintoleranz auf Sorbit reagieren, ist individuell unterschiedlich. Geringe Mengen werden von den meisten noch vertragen.

Eine junge Frau liegt mit Bauchschmerzen auf einer Couch. © Jupiterimages/iStockphoto

Eine Sorbitunverträglichkeit macht sich durch Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall bemerkbar. Wie viel Sorbit man verträgt, muss individuell ausprobiert werden.

Schätzungen zufolge leiden etwa 8 bis 12 Prozent der Bevölkerung unter einer Sorbitintoleranz.

Wer Sorbit nicht verträgt, sollte sorbitreiches Obst und Lebensmittel mit dem Zusatzstoff E420 meiden. Ebenso enthalten manche Medikamente Sorbit als Zusatzstoff. Betroffene mit Sorbitintoleranz sollten in Absprache mit ihrem Arzt überlegen, ob das Medikament möglicherweise gegen ein sorbitfreies Präparat getauscht werden kann.

Sorbit – ein Problem bei Fruktoseintoleranz
Für Betroffene mit Fruktoseintoleranz ist indirekt auch Sorbit ein Problem. Denn der Körper wandelt Sorbit aus der Nahrung in die Beschwerden machende Fruktose um. Außerdem hemmt der Körper bei hohen Sorbit-Konzentrationen die Aufnahme von Fruktose im Dünndarm. Dadurch gelangt vermehrt Fruktose in den Dickdarm und kann je nach Menge zu Verdauungsproblemen führen.

Betroffene mit Fruktoseintoleranz leiden zudem häufig gleichzeitig an einer Sorbitunverträglichkeit.