Sodbrennen – Tipps für die Ernährung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (24. Juni 2015)

© Jupiterimages/Stockbyte

Ein brennendes Gefühl im Oberbauch, hinter dem Brustbein und manchmal auch im Hals – Sodbrennen ist unangenehm. Während manche Menschen nur hin und wieder Sodbrennen haben, sind andere regelmäßig davon betroffen.

Da der Magen nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel vermehrt Magensäure produziert, tritt Sodbrennen bei vielen nach dem Essen auf. Auch Alkohol führt zu mehr Magensäure – und zur Erschlaffung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels, der normalerweise verhindert, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Insbesondere üppige Mahlzeiten, fettes Essen, aber auch Getränke wie Kaffee können zu Sodbrennen führen. Wer bei Sodbrennen auf die richtige Ernährung achtet, kann Auftreten und Stärke des brennenden Gefühls aber oft schon auf einfache Weise verringern.

Das können Sie tun

Bei Sodbrennen lassen sich die Beschwerden oft schon mit der richtigen Ernährung lindern. Achten Sie bei Ihrer Ernährung auf folgende Tipps:

  • Ausgewogene und fettarme Ernährung: Legen Sie Wert auf eine ausgewogene, fettarme Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Ballaststoffen.
  • Mahlzeiten:
    • Meiden Sie üppige Mahlzeiten. Ist der Magen vollständig gefüllt, entsteht Druck auf den unteren Schließmuskel der Speiseröhre und Magensäure kann in die Speiseröhre gelangen.
    • Essen Sie statt drei großer Mahlzeiten am Tag lieber fünf bis sechs kleine Mahlzeiten.
    • Sitzen Sie beim Essen aufrecht.
    • Sorgen Sie beim Essen für eine ruhige Atmosphäre und lassen Sie sich Zeit.
    • Insbesondere abends sollten Sie nur eine kleine Mahlzeit zu sich zu nehmen.
  • Bettruhe:
    • Legen Sie sich nach den Mahlzeiten nicht direkt hin, damit die Magensäure nicht Richtung Speiseröhre fließen kann.
    • Zwischen Abendessen und Zubettgehen sollten mindestens drei Stunden liegen.
  • Fette, scharfe, saure und süße Speisen meiden: Verzichten Sie auf fette Speisen, scharfe Gewürze, Zitrusfrüchte, Pfefferminze sowie Schokolade und andere Süßigkeiten, sofern Sie den Eindruck haben, dass Sie dadurch Sodbrennen bekommen – diese Lebensmittel können die Magensäureproduktion fördern. Problematisch sind manchmal auch Gurkensalat, Tomaten, grüne Paprika, rohe Zwiebeln, Kohlgemüse, Hülsenfrüchte oder frisches Brot. Wie verträglich diese Lebensmittel bei Sodbrennen sind, kann jedoch individuell sehr unterschiedlich sein und muss im Zweifelsfall ausgetestet werden.
  • Achten Sie darauf, was Sie trinken: Auch Getränke, die Koffein enthalten (z.B. Kaffee, schwarzer Tee, Colagetränke) sowie Pfefferminztee, Getränke mit Kohlensäure oder säurehaltige Säfte (z.B. Tomatensaft, Orangensaft) führen zu mehr Magensäure. Das Gleiche gilt für Alkohol. Manche Betroffene reagieren auch auf zu kalte oder zu heiße Getränke mit Sodbrennen.
  • Alkohol meiden: Wie Nikotin ist Alkohol gleich doppelt ungünstig bei Sodbrennen, denn es fördert zum einen die Produktion von Magensäure und lässt zum anderen die Muskulatur des Mageneingangs erschlaffen.
  • Lindernde Hausmittel: Lindernd wirken bei vielen Betroffenen Hausmittel wie:
    • Kamillentee
    • Fencheltee
    • Mandeln oder Nüsse (breiig kauen und schlucken)
    • eingeweichte Leinsamen

Wenn Sie bereits wissen, auf welche Lebensmittel Sie regelmäßig mit Sodbrennen reagieren, sollten Sie diese meiden. Wer dies noch herausfinden möchte, kann über einen Zeitraum von mehreren Wochen ein Sodbrennen-Tagebuch führen. Notieren Sie hier, wann das Sodbrennen auftritt und was Sie zuvor gegessen und getrunken haben. Halten Sie auch fest, wenn Sie vielleicht gerade viel Stress haben oder sehr in Eile waren. So lässt sich relativ rasch feststellen, ob das Sodbrennen immer nach bestimmten Nahrungsmitteln oder in bestimmten Situationen auftritt. Auf diese Weise können Sie Auslöser für das Sodbrennen erkennen und diese vermeiden.

Bei Übergewicht hilft es oft schon, dieses zu verringern, um Sodbrennen seltener auftreten zu lassen. Denn bei Übergewichtigen gelangt durch den verstärkten Druck auf den Magen häufig ein Teil des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre.

Bei sehr häufigem Sodbrennen reichen jedoch oft nicht aus, nur auf die Ernährung zu achten – hier ist eine Abklärung durch den Arzt zu empfehlen.