Ist Grapefruitsaft gefährlich?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Ein heißer Sommertag, Sie sitzen gemütlich auf der Terrasse, sonnen sich und genießen nebenbei eine eisgekühlte Grapefruit-Saftschorle. Der bitter-saure Geschmack des Kaltgetränks sorgt für zusätzliche Erfrischung und ein angenehmes Prickeln auf der Zunge. Darüber hinaus ist der Saft reich an Vitamin C, eine gesunde Alternative also zu Weizenbier & Co. – oder nicht? Ob Grapefruitsaft tatsächlich gesundheitsfördernd ist, hängt davon ab, was Sie dazu einnehmen.

Denn sein Genuss ist in einem Fall mit Vorsicht zu genießen. Und zwar dann, wenn Sie vor, während oder nach der Einnahme eines Medikaments Grapefruitsaft trinken. Der Grund dafür sind bestimmte Inhaltsstoffe der Grapefruit, die auf körpereigene Enzymsysteme in Leber und Darmschleimhaut, so genannte Cytochrome (CYP), einwirken. Die Aufgabe dieser Cytochrome ist es, körperfremde Substanzen wie beispielsweise Medikamente unschädlich zu machen oder abzubauen.

Die Inhaltsstoffe der Grapefruit bremsen die Arbeit der Cytochrome und damit den Medikamenten-Abbau. Die Folge: Es kann zu unerwünschten Erhöhungen des Medikamentenspiegels im Blut kommen. Das ist vor allem für Medikamente von Bedeutung, die in höheren Dosierungen giftig sind oder gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen. Ob und für welche Medikamente das besonders gilt, können Sie bei Ihrem Arzt erfragen.

Durch die Risiken des Grapefruitsafts sollte Sie sich dennoch nicht abschrecken lassen. Nach wie vor gilt: Obst, Gemüse und Salat sind für die Gesundheit von großem Wert, da sie Vitamine und Schutzstoffe enthalten. Nur zur Einnahme eines Medikaments sollten Sie besser ein Glas Wasser trinken. Das ist in jedem Fall unbedenklich.

Thomas Kresser (ehem. Chefredakteur)

Thomas Kresser (ehem. Chefredakteur)