Anzeige

Anzeige

Diabetes – Tipps für die Ernährung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (19. September 2016)

© iStock

Bis vor einigen Jahren hielt man bei Diabetes (Zuckerkrankheit) noch eine besondere Diätkost für sinnvoll. Heute rät man von speziellen Lebensmitteln für Diabetiker jedoch ab. Stattdessen raten Mediziner zu einer gesunden und ausgewogene Ernährung, die im Grunde den Empfehlungen für Nicht-Diabetiker entspricht.

Erst einmal Entwarnung: Eine gesunde Ernährung bei Diabetes bedeutet nicht, dass man auf schmackhaftes Essen und Genuss verzichten muss! Die meisten Menschen mit Diabetes müssten in Sachen Ernährung wahrscheinlich sogar kaum etwas ändern, würden Familie und Freunde bereits die allgemeinen Regeln einer gesunden Ernährungsweise befolgen.

Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Blutzuckerwerte erhöht sind. Man unterscheidet vor allem zwei Formen von Diabetes – Typ 1 und Typ 2. Daneben gibt es noch den meist vorübergehenden Schwangerschaftsdiabetes und ein paar seltene Typen, die durch Schäden am Erbgut oder bei bestimmten Erkrankungen entstehen können.

Nur etwa 5 bis 10 Prozent aller Diabetiker in Deutschland haben Typ-1-Diabetes. Diese Form tritt in der Regel bereits in jungen Jahren auf. Ursache ist eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Deshalb müssen Typ-1-Diabetiker das fehlende Insulin per Spritze bekommen. Neben einer ausgewogenen Ernährung ist für Typ-1-Diabetiker im Alltag vor allem wichtig, wie viele Kohlenhydrate sie in welcher Form mit der Nahrung aufnehmen, denn: Nur Kohlenhydrate können den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Von den aufgenommenen Kohlenhydraten hängt also ab, wie viel Insulin sich Typ-1-Diabetiker spritzen müssen.

Typ-2-Diabetes tritt eher im Laufe des Lebens und meist bei älteren Menschen auf, kommt aber immer öfter auch bei Kindern und Jugendlichen vor. Bei Typ-2-Diabetes stellt der Körper zwar immer noch Insulin her, die Körperzellen werden aber langsam immer unempfindlicher gegenüber Insulin und können es nicht mehr aufnehmen. Das kann angeboren oder erworben sein. In Deutschland haben etwa 80 bis 90 Prozent aller Diabetiker Typ-2-Diabetes – und sind oft gleichzeitig übergewichtig. Übergewicht gilt jedoch als entscheidender Risikofaktor für Typ-2-Diabetes. Deshalb zählt eine Umstellung der Lebensgewohnheiten mit zu den wichtigsten Maßnahmen: Typ-2-Diabetiker, die die Ernährung umstellen, sich mehr bewegen und Übergewicht abbauen, benötigen häufig weniger Medikamente.

Typ-2-Diabetiker können ihre Blutzuckerwerte oft langfristig schon allein dadurch normalisieren, dass sie ihren Lebensstil frühzeitig in Richtung vollwertige Ernährung und regelmäßige Bewegung lenken und gleichzeitig abnehmen.

Erfahren Sie im Diabetes-Video mehr über die unterschiedlichen Formen von Diabetes mellitus und wie sie sich unterscheiden!



Anzeige