Cumarin – Vorsicht Zimt?

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (27. November 2015)

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Der Duft- und Aromastoff Cumarin ist ein natürlicher Bestandteil vieler Pflanzen. Vor allem Zimt – beziehungsweise insbesondere die Sorte Cassia-Zimt – kann Cumarin in größeren Mengen enthalten.

Neben Zimt findet sich Cumarin auch in vielen anderen Pflanzen – wie etwa in Waldmeister, Tonka-Bohnen oder Steinkleekraut, Erdbeeren sowie in einigen Kräutern – und verleiht ihnen ihr typisches Aroma. Daneben nutzt man Cumarin auch als Duftstoff für Kosmetika.

Cumarin ist zudem Bestandteil mancher Medikamente und kann in dieser Form bei empfindlichen Personen zu Leberschäden führen – jedenfalls wenn es regelmäßig und in größeren Mengen aufgenommen wird. Die Leberschäden bilden sich jedoch zurück, sobald die Betroffenen kein Cumarin mehr zu sich nehmen. Ob auch der Verzehr von Zimt zu Leberschäden führen kann, ist wissenschaftlich bislang nicht belegt.

Cumarin im Medienfokus

Im Dezember 2005 – pünktlich zur Weihnachtszeit – verursachten Meldungen über eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Zimt erstmals einigen Aufruhr in den Medien: Lebensmittelkontrollen wiesen in Deutschland eine bis zu 40-fache Überschreitung der Grenzwerte für Cumarin in Zimtsternen nach. Expertenempfehlungen zufolge sollten kleine Kinder höchstens 3 Zimtsterne und Erwachsene höchstens 15 Zimtsterne pro Tag essen, um die Grenzwerte nicht zu überschreiten und kein Gesundheitsrisiko einzugehen.

Zimtsterne © Jupiterimages/iStockphoto

Zimtsterne enthalten Cumarin.

Als Reaktion darauf passten viele Hersteller kurzerhand ihre Rezepturen an, sodass Produkte mit Zimt mittlerweile deutlich weniger Cumarin enthalten. Erneute Messungen bestätigten dies – die Cumarin-Werte sind deutlich gesunken.

Cumarin im Gewürzschrank – Cassia- oder Ceylon-Zimt?

Für Cumarin in Lebensmitteln gibt es Grenzwerte, nicht jedoch für Cumarin in Gewürzen. Problematisch kann deshalb Zimt für den Heimgebrauch sein – denn hier kann der Cumarin-Gehalt stark schwanken.

Zimt als Gewürzpulver wird in der Regel entweder aus Cassia- oder aus Ceylon-Zimt hergestellt. Cassia-Zimt enthält deutlich mehr Cumarin als Ceylon-Zimt. In Supermärkten findet man jedoch häufig eher Cassia-Zimt: Steht nichts weiter auf der Packung, handelt es sich wahrscheinlich um Cassia-Zimt. Ceylon-Zimt ist dagegen meist auf dem Etikett deklariert.

Wie viel Zimt zuhause verwendet wird, unterliegt keinerlei Kontrolle. Wer selbst backt oder kocht und dabei Zimt verwendet, nimmt also möglicherweise größere Cumarin-Mengen auf. Solange dies nur gelegentlich geschieht, ist jedoch kein Gesundheitsrisiko zu befürchten.