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Antioxidantien (Antioxidations­mittel)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (18. August 2015)

© iStock

Antioxidantien (Antioxidationsmittel) setzt die Industrie vielen Lebensmitteln, Kosmetika oder Medikamenten hinzu, um diese haltbarer zu machen. Sie kommen jedoch auch natürlicherweise in Lebensmitteln vor.

Infolge einer Reaktion mit dem Sauerstoffanteil der Luft (der sog. Oxidation) können bestimmte Inhaltsstoffe zersetzt werden und dadurch die  Qualität von Produkten beeinträchtigen. Antioxidationsmittel können dieser Oxidation entgegenwirken – und zwar, weil sie selbst sehr leicht oxidierbar sind.

Natürliche Antioxidantien  gelten als Radikalfänger und können damit dem oxidativen Stress im Körper entgegenwirken. Zu den natürlichen Antioxidantien zählen zum Beispiel diese Nährstoffe:

Oxidativer Stress entsteht durch freie Radikale. Das sind aggressive Sauerstoffverbindungen, die im Körper im Rahmen ganz alltäglicher Stoffwechselprozesse entstehen. In geringem Maße benötigt der Körper freie Radikale. Wer jedoch raucht, bestimmte Medikamente einnimmt oder viel Stress hat, bei dem werden vermehrt freie Radikale freigesetzt. Das Gleiche gilt für fiebrige Erkrankungen, Sonnenstrahlung oder Umweltverschmutzung.

Der oxidative Stress, der durch die freien Radikale im Körper entsteht, kann in der Folge Zellen schädigen. Das trägt zum einen zur Hautalterung bei und begünstigt zum anderen möglicherweise bestimmte Erkrankungen, wie zum Beispiel:

Antioxidantien gelten als Radikalfänger, da sie mit den freien Radikalen eine Verbindung eingehen, ehe diese im Körper Schaden anrichten können. Der menschliche Körper besitzt verschiedene Enzyme, die antioxidativ wirken und mit denen er freie Radikale ausschalten kann, zum Beispiel die Glutathionperoxidase. Die Vitamine A, C und E sowie Carotinoide wirken als natürliche Radikalfänger, ebenso wie das Spurenelement Selen oder viele sekundäre Pflanzenstoffe.

Ob man mit Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verschiedenen Erkrankungen vorbeugen kann, ist dagegen fraglich. Ebenso lässt sich nicht pauschal sagen, dass jedes Antioxidans durchweg gesundheitsförderlich ist. Bisherige Studien können eine krankheitsvorbeugende Wirkung durch isolierte Antioxidantien nicht eindeutig belegen. Durch eine Einnahme in Form von Tabletten, Kapseln oder Ähnlichem kann es zudem leicht zu einer Überdosierung kommen. Eine zu hohe Dosierung kann auf Dauer gesundheitsschädlich sein. Die übermäßige Einnahme von Betacarotin etwa kann bei Rauchern das Risiko für Lungenkrebs fördern. Zu viel Vitamin E soll dagegen das Risiko für Prostatakrebs fördern, ebenso wie das Risiko für Schlaganfall.

Zu einer derartigen Überdosierung von Antioxidantien kann es bei einer ausgewogenen Ernährung dagegen kaum kommen – abgesehen davon, dass man dabei außer Antioxidantien gleich auch noch zahlreiche andere Nährstoffe zu sich nimmt. Wer Antioxidantien und andere natürliche Inhaltsstoffe in Form von viel frischem Obst und Gemüse zu sich nimmt, tut seinem Körper also in vielerlei Hinsicht Gutes. In der Regel ist eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ohnehin nur selten wirklich notwendig.

Wer jedoch dauerhaft Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen möchte, sollte dies mit dem Arzt absprechen – insbesondere, wenn man regelmäßig Medikamente einnimmt. Denn Nahrungsergänzungsmittel können unter Umständen auch Wechselwirkungen mit Medikamenten haben.


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