Ebola: Häufige Fragen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (13. Oktober 2017)

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1. Was ist Ebola?

2. Wo kommt das Ebola-Virus her?

3. In welchen Ländern tritt Ebola endemisch auf?

4. Wo fand die Ebola-Epidemie 2014/2015 statt?

5. Wie kann man sich mit Ebola anstecken?

6. Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?

7. Welche Symptome treten bei Ebola auf?

8. Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

9. Wie lange sind Ebola-Patienten ansteckend?

10. Wie oft endet Ebola tödlich?

11. Wie lässt sich eine Ebola-Infektion sicher nachweisen?

12. Wie lässt sich Ebola behandeln?

13. Wie kann man sich vor Ebola schützen?

14. Gibt es eine Schutzimpfung?

15. Wie kann man einen Ebola-Ausbruch beenden?

16. Was sollten Sie tun, wenn Sie Ebola bei sich vermuten?

17. Kann Ebola auch in Deutschland auftreten?

Was ist Ebola?

Ebola ist eine lebensbedrohliche Virusinfektion, die ein sogenanntes "hämorrhagisches Fieber" hervorruft – also ein Fieber, das mit Blutungen einhergeht. Das Ebola-Virus ist seit 1976 bekannt. Bislang kennt man fünf Spezies des Ebola-Virus. Diese wurden nach dem Ort benannt, an dem ihr Auftreten erstmals bemerkt wurde:

  • Zaire
  • Sudan
  • Taï Forest
  • Bundibugyo
  • Reston

Bis auf das Reston-Ebola-Virus können alle Spezies beim Menschen zu einer Ebola-Infektion führen. Auslöser der Epidemie in Westafrika 2014/2015 war das Zaire-Ebola-Virus.

Wo kommt das Ebola-Virus her?

Man nimmt bislang an, dass das Ebola-Virus ursprünglich von Flughunden oder Fledermäusen stammt – sie sollen das natürliche "Erregerreservoir" der Viren sein. Bekannte Zwischenträger der Viren sind zudem Affen.

In welchen Ländern tritt Ebola endemisch auf?

Bis zum aktuellen Ebola-Ausbruch kam die Infektionskrankheit immer nur in bestimmten Gebieten Afrikas südlich der Sahara vor, also regional begrenzt (endemisch). Wissenschaftler sprechen auch von einem sogenannten "Naturherd".

Wo fand die Ebola-Epidemie 2014/2015 statt?

Die Ebola-Epidemie 2014/2015 betraf vor allem drei Länder in Westafrika:

  • Guinea
  • Sierra Leone
  • Liberia

Weitere Ebola-Fälle gab es in:

  • Nigeria
  • Senegal

Wie kann man sich mit Ebola anstecken?

Das Ebola-Virus wird über Körperflüssigkeiten beziehungsweise Körperausscheidungen übertragen, wie:

Man kann sich dabei auf verschiedenen Wegen mit dem Ebola-Virus infizieren:

  • von Mensch zu Mensch: Über den Kontakt zu Ebola-Opfern oder Ebola-Patienten, die Symptome zeigen, kann man sich anstecken.
  • über Gegenstände: Auch über Gegenstände, die mit den Körperflüssigkeiten von Ebola-Patienten in Berührung gekommen sind, kann man sich eine gewisse Zeit lang anstecken – so z.B. über Spritzen, Operationsbesteck, Kleider, Bettwäsche.
  • von Tier zu Mensch: Mit Ebola infizierte Tiere oder deren Produkte können das Virus übertragen. Ein Infektionsrisiko geht in den betroffenen afrikanischen Regionen vor allem von infizierten Affen sowie der Zubereitung und dem Verzehr von Affenfleisch aus, wenn das Fleisch nicht ausreichend gegart wurde. Das ist vor allem für Jäger ein Risiko.

Wie man sich nicht ansteckt:

  • über die Luft
  • durch den Kontakt zu Menschen, die keine Symptome zeigen
  • durch Mücken

Wie lange dauert es, bis bei Ebola Symptome auftreten?

Die Inkubationszeit – also die Zeit vom Moment der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome – beträgt bei Ebola zwischen zwei und 21 Tagen. In den meisten Fällen treten die Symptome jedoch nach acht bis neun Tagen auf. Wer nach 21 Tagen keine Symptome zeigt, kann davon ausgehen, dass er erkrankungsfrei ist.

Welche Symptome treten bei Ebola auf?

Anfangs treten bei einer Ebola-Infektion eher allgemeine Symptome auf, wie:

Dann können weitere Symptome hinzukommen, wie:

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Als hoch ansteckend gilt der direkte, ungeschützte Kontakt zu Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen von (lebenden oder verstorbenen) Ebola-Patienten, also zum Beispiel:

  • Blut
  • Speichel
  • Schweiß
  • Urin
  • Stuhl
  • Erbrochenes
  • Sperma
  • Muttermilch

Bei der Pflege und Behandlung von Patienten müssen daher entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen und auf Hygiene geachtet werden. Auch bei der Bestattung verstorbener Patienten gilt besondere Vorsicht.

Wie lange sind Ebola-Patienten ansteckend?

Ebola-Patienten sind ansteckend, solange Symptome auftreten. Sind die Symptome bereits seit ein paar Tagen abgeklungen, gilt der Betroffene als nicht mehr ansteckend.

Besondere Vorsicht gilt jedoch für männliche Patienten: Auch wenn keine Symptome mehr auftreten, können Ebola-Viren bei ihnen noch einige Monate nach Erkrankung im Sperma vorhanden sein. Die Betroffenen können daher in dieser Zeit andere über Geschlechtsverkehr anstecken.

Wie oft endet die Erkrankung tödlich?

Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektion. In 30 bis 90 Prozent der Fälle sterben die Erkrankten im Verlauf. Bei der Ebola-Epidemie 2014/2015 endete jeder zweite Ebola-Fall tödlich.

Wie lässt sich eine Ebola-Infektion sicher nachweisen?

Eine Laboruntersuchung bringt Aufschluss darüber, ob ein Patient mit Ebola-ähnlichen Symptomen auch wirklich an Ebola erkrankt ist. Am sichersten ist ein Nachweis von Virusbestandteilen aus Blut-, Speichel- oder Urinproben.

Auch Antikörper gegen das Ebola-Virus bestätigen die Diagnose, wobei hier zu berücksichtigen ist, dass das Immunsystem diese erst im Verlauf der Erkrankung bildet.

Medizinisches Personal, das die Proben bearbeitet, muss mit höchster Vorsicht arbeiten und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.

Wie lässt sich Ebola behandeln?

Bislang gibt es keine Therapie, mit der man Ebola ursächlich behandeln kann. Es besteht daher nur die Möglichkeit, die Symptome beim Betroffenen zu lindern und darauf zu vertrauen, dass das Immunsystem die Infektion selbst in den Griff bekommt.

Wie kann man sich vor Ebola schützen?

Um sich vor einer Ebola-Infektion zu schützen, sollten Sie den Kontakt zu Ebola-Patienten sowie zu Verstorbenen möglichst meiden. Wer Ebola-Patienten pflegt oder Kontakt zu ihnen hat, muss auf strenge Hygienemaßnahmen achten. Auch eine gute Händehygiene ist wichtig. Prinzipiell sollten Ebola-Patienten von anderen isoliert behandelt werden, um das Infektionsrisiko einzudämmen. Das Ebola-Virus lässt sich durch Desinfektionsmittel und Erhitzen zerstören beziehungsweise unschädlich machen.

Gibt es eine Schutzimpfung?

Noch gibt es keine Schutzimpfung gegen Ebola. Es laufen jedoch Studien, mit dem Ziel, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln.

Wie kann man einen Ebola-Ausbruch beenden?

Um zu verhindern, dass sich Ebola weiter ausbreitet, muss verhindert werden, dass sich weitere Menschen anstecken. Deshalb sollten Ebola-Patienten und Ebola-Verdachtsfälle isoliert werden. Mögliche Kontaktpersonen müssen ausfindig gemacht werden und die nächsten 21 Tage auf verdächtige Symptome hin beobachtet werden.

Was sollten Sie tun, wenn Sie Ebola bei sich vermuten?

Falls Sie Fieber oder grippeähnliche Symptome bekommen und in den letzten 21 Tagen

  • einen Aufenthalt in Ländern mit Ebola-Ausbrüchen hatten oder
  • Kontakt zu Personen hatten, die sich in Ebola-Risikogebieten aufgehalten haben oder
  • Kontakt zu Ebola-Patienten hatten oder
  • indirekt mit Körperflüssigkeiten von Ebola-Erkrankten Kontakt hatten oder
  • Kontakt zu kranken Tieren hatten,

sollten Sie ärztliche Hilfe holen. Wichtig hierbei: Gehen Sie nicht direkt zu einem Arzt, sondern bleiben Sie zuhause und nehmen Sie telefonischen Kontakt zu einem Arzt auf. Weisen Sie ihn auf den Ebola-Verdacht hin und berichten Sie ihm von Ihren Symptomen und weshalb Sie eine Infektion für möglich halten. Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie das weitere Vorgehen ist.

Kann Ebola auch in Deutschland auftreten?

Das Risiko, dass jemand mit Ebola-Infektion nach Deutschland einreist, ist sehr gering. Prinzipiell wäre es jedoch möglich, dass Ebola auch in Deutschland auftritt. Die medizinischen Einrichtungen sind auf solch einen Fall vorbereitet und wären in der Lage, den Patienten zu isolieren und bestmöglich zu versorgen. Mögliche Kontaktpersonen werden in solch einem Fall ermittelt und in den nächsten 21 Tagen auf Ebola-ähnliche Symptome hin überwacht.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Ebola and Marburg Virus. Online-Informationen der European Centers for Disease Control and Prevention: ecdc.europa.eu (Abrufdatum: 12.10.2017)

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Ebola. Online-Information des Robert Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 17.5.2017)

Ebola virus disease. Fact sheet N°103. Online-Information der Weltgesundheitsorganisation (WHO): www.who.int (Stand: Juni 2017)

Online-Informationen des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de (Abrufdatum: 20.10.2014)

Ebola-Fieber. Online-Information des Auswärtigen Amts: www.auswaertiges-amt.de (Stand: 20.10.2014)

Aktualisiert am: 13. Oktober 2017