Good Carb

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (20. April 2011)

© Jupiterimages/iStockphoto

Verfechter der Good Carb-Diäten beurteilen Lebensmittel nach ihrem Gehalt an guten oder schlechten Kohlenhydraten. Bewertungsmaßstab von Good Carb ist der sogenannte glykämische Index (GI). Good Carb-Anhänger sind der Meinung: Je niedriger der GI, desto besser.

Der glykämische Index gibt an, wie stark der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr eines bestimmten Lebensmittels steigt. Schlechte Kohlenhydrate sind zum Beispiel in Zucker, Süßigkeiten und Weißmehl enthalten. Sie haben einen hohen GI und lassen den Blutzuckerspiegel deutlich ansteigen. Der hohe Blutzuckerspiegel fördert, dass die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin ausschüttet. Das Hormon Insulin begünstigt den Fettaufbau und Hungergefühle. Schlechte Kohlenhydrate, also Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index, sind bei Anhängern von Good Carb verboten. Übergewicht soll ihrer Meinung nach abgebaut werden können, wenn man auf Lebensmittel mit niedrigem glykämischen Index zurückgreift – wie viel Fett und Kalorien eine Person aufnimmt, ist nach der Methode von Good Carb weniger relevant.

Gute Kohlenhydrate, die zum Beispiel in ballaststoffreichen Vollkornprodukten und Gemüse enthalten sind, haben einen niedrigen GI und beeinflussen den Blutzuckerspiegel positiv. Sie dürfen deshalb täglich auf dem Speiseplan stehen. Zu Methoden von Good Carb zählen beispielsweise die Montignac-Diät und die Glyx-Diät.

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sollte der glykämische Index jedoch nicht die alleinige Grundlage für eine Diät oder Ernährungsweise darstellen, da auch viele andere Faktoren den Blutzuckerspiegel beeinflussen können. So muss man beispielsweise auch berücksichtigen, wie viel Fett und Eiweiß ein Lebensmittel enthält. Beachten sollte man, dass der GI für das einzelne Lebensmittel nicht identisch ist mit dem GI für eine Nahrungsmittelkombination. So haben Kartoffeln einen hohen GI. Kartoffeln in Kombination mit Gemüse, Milch, Fleisch oder als Pommes frites dagegen weisen einen niedrigen GI auf und sind deshalb erlaubt. Auch schwankt der GI einzelner Lebensmittel. Beispielsweise enthält Obst je nach Reifegrad mehr oder weniger Zucker. Damit variiert der GI und mit ihm der Blutzuckerspiegel. Auch der Flüssigkeitsgehalt, die Zubereitung und die Temperatur einer Mahlzeit haben Einfluss auf den GI. Zudem ist die teilweise sehr hohe Aufnahme von Fett und Eiweiß, wie sie bei Good Carb vorkommt, nicht zu empfehlen.


Glänzt Ihre Gesichtshaut?