Zahnimplantate: Wann kein Implantat?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. November 2014)

Möchte man Zahnimplantate einsetzen, ist es wichtig, zuvor auch die Erfolgsaussichten abzuschätzen: Der behandelnde Arzt wägt dabei zuerst ab, ob ein Zahnimplantat für den jeweiligen Patienten überhaupt geeignet ist. Typische Gegenanzeigen für Zahnimplantate sind zum Beispiel:

Nicht zuletzt muss der Patient auch mit den besonderen Maßnahmen bei der Mundhygiene nach der Zahnimplantation zurechtkommen.

Auch spezielle anatomische Verhältnisse im Mundraum können die Implantation erschweren. So können eine zu große Zunge sowie krankhafte Kaubewegungen ebenfalls gegen Zahnimplantate sprechen. Zudem muss eine ausreichende Knochendicke gewährleistet sein, um die Implantate in den Kieferknochen einsetzen zu können.

Ist nicht ausreichend Knochen im Unter- oder Oberkiefer vorhanden, spricht man auch von einem unzureichenden "Knochenbett" für das Zahnimplantat. Es besteht dann die Möglichkeit, bessere knöcherne Voraussetzungen durch eine chirurgische Voroperation zu schaffen. Bei dieser sogenannten Knochenaugmentation setzt der Kieferchirurg Knochensubstanz in den Kiefer ein beziehungsweise lagert sie auf den Kiefer auf. Die entsprechenden Operationstechniken haben sich in den vergangenen Jahren so weit verfeinert und als zuverlässig erwiesen, dass zu wenig Knochensubstanz heute meist kein Hinderungsgrund mehr für ein Zahnimplantat ist. Die Chance auf einen dauerhaften Behandlungserfolg ist lediglich geringfügig schlechter.

Alter bei Implantationen

Zahnimplantate sind bei jugendlichen Patienten kritisch zu bewerten, da das Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Bei männlichen Jugendlichen ist dieser Prozess mitunter erst mit dem 20. Lebensjahr abgeschlossen ist. Bei Mädchen früher, etwa ab dem 18. Lebensjahr.

Gegen Zahnimplantate im hohen Alter gibt es nichts einzuwenden. Liegt der Zahnverlust allerdings sehr lange zurück, kann die Verankerung des Zahnimplantats unter Umständen erschwert sein, da eine fehlende Zahnwurzel auch den Abbau der Knochenmasse im Kiefer mit sich bringt.