Zahnersatz: Zahnkrone

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. August 2015)

Zahnersatz in Form einer Zahnkrone ist immer dann notwendig, wenn der Zahnarzt Teilkronen oder zahnerhaltende Maßnahmen wie Füllungen oder Inlays nicht mehr einsetzen kann, weil der Zahn zu stark zerstört (z.B. durch Karies) ist. Manchmal ist es auch sinnvoll, Zähne zu überkronen, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen oder um sie zu befestigen. Auch für ein schöneres Erscheinungsbild des Gebisses kann eine Zahnkrone sinnvoll sein.

Bevor man einen Zahn mit einer künstlichen Zahnkrone wie mit einer Kappe überdeckt, schleift der Zahnarzt den Zahn zunächst unter lokaler Betäubung in die richtige Form. Diesen Arbeitsschritt nennt man Präparation. Der Zahn erhält dadurch eine kantige Form, auf der sich die Zahnkrone gut verankern lässt. Da für die Zahnpräparation und das Anfertigen der Zahnkrone im Zahnlabor mehrere Termine notwendig sind, deckt der Zahnarzt den Zahnstumpf zwischenzeitlich mit einer Übergangslösung (sog. Provisorium) aus Kunststoff oder Metall ab.

Folgende Merkmale sind für eine Zahnkrone besonders wichtig:

  • Form
  • richtige Größe
  • gute Passgenauigkeit
  • Funktion

Um dies zu gewährleisten, sind bis zur Fertigstellung mehrere Abformungen der Zähne notwendig. Hierbei sind schon kleinste Ungenauigkeiten bedeutsam, sodass Zahnarzt und Zahntechniker sehr sorgfältig arbeiten müssen. Ist der Zahnersatz, also die Zahnkrone, fertig, passt der Zahnarzt sie in das Gebiss des Patienten ein. Dabei kann er noch kleine Änderungen (z.B. Abschleifungen) vornehmen und auch das optische Ergebnis kontrollieren. Wenn alles in Ordnung ist, befestigt er die fertige Zahnkrone mit Zement auf dem Zahnstumpf. Die Zahnkrone sitzt dann so fest, dass sie sich nicht wieder lösen lässt, ohne dabei die Zahnkrone zu beschädigen.

Die normale Haltbarkeit einer Vollmetallkrone beträgt bei guter Zahnpflege etwa 15 bis 25 Jahre. Nur in seltenen Fällen kommt es schon früher zu Komplikationen. Auch Zahnkronen aus Vollkeramik halten in der Regel mindestens für 10 Jahre. Dahingegen nutzen sich Kunststoffverblendungen häufig schon nach etwa 5 bis 7 Jahren deutlich ab.

Um Zähne zu überkronen, ist es notwendig, dass der Zahnarzt den entsprechenden Zahn abschleift und zum Teil auch gesunde Zahnsubstanz abfräst. Dadurch sind langfristig an manchen Zähnen Schäden möglich – wer auf eine Zahnbehandlung beziehungsweise auf einen Zahnersatz verzichtet, geht jedoch das Risiko ein, dass das komplette Gebiss schon viel früher Schäden aufweist. Daher ist es bei einem lückenhaften Gebiss ratsam, dieses rechtzeitig vom Zahnarzt mit einem Zahnersatz versorgen zu lassen.

Materialien des Zahnersatzes

Welches Material – Zahnärzte und -techniker sprechen in diesem Zusammenhang oft von "Werkstoffen" – für den Zahnersatz am ehesten geeignet ist, besprechen Zahnarzt und Patient gemeinsam. Grundsätzlich sollten die für Zahnkronen oder Brücken verwendeten Stoffe fest und gut verträglich sein – sie sollten sich gleichzeitig aber gut bearbeiten lassen.

Folgende Materialien kommen für einen Zahnersatz infrage:

  • Metalle
  • hochgoldhaltige Legierungen
  • Nicht-Edelmetall-Legierungen
  • Palladium-Legierungen
  • Titan
  • Keramik

Der Unterbau der Zahnkrone ist meist aus Metall. Auf diesen Unterbau kann der Zahntechniker Verblendungen in Zahnfarbe aus Kunststoff beziehungsweise Keramik aufbringen. Vollgusskronen aus Metall ohne solche Verblendungen sind günstig und haltbar, aber aufgrund der Färbung oft nicht gewünscht – insbesondere im sichtbaren Zahnbereich (z.B. bei Frontzahnschäden). Die mit Keramik oder Kunststoff verblendeten Zahnkronen in Zahnfarbe sind weniger auffällig und optisch ansprechender. Kunststoffblenden sind günstiger und besser zu reparieren, allerdings auch weniger stabil als Keramikblenden. Zudem sehen sie oftmals recht künstlich aus.

Zahnkronen, die komplett aus Keramik sind (Vollkeramikkronen), finden meist im Frontzahnbereich Verwendung. Sie sind kaum von natürlichen Zähnen zu unterscheiden.