Zahnersatz: Totalprothese (Zahnprothese bei komplett zahnlosem Kiefer)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. August 2015)

Zahnersatz in Form einer Total- oder Vollprothese ist geeignet, wenn ein oder beide Kiefer völlig zahnlos sind. Es handelt sich bei einer Zahnprothese um einen herausnehmbaren Zahnersatz. Die Zahnprothese ermöglicht dem Patienten, wieder normal zu kauen und zu sprechen. Außerdem stellt sie ein optisch ansprechendes Gebiss wieder her. Bei der Herstellung der Vollprothese werden zunächst präzise Abdrücke von Ober- und Unterkiefer genommen. Außerdem passen Zahnarzt und Zahntechniker die Zahnform, Zahnfarbe sowie die sogenannte Bisshöhe und Bisslage individuell an.

Die natürlichen Strukturen und Gewebe des Mundraums halten Vollprothesen in Position. Wichtig für den guten Halt ist auch der dünne Speichelfilm zwischen der Zahnprothese und der Kiefer- beziehungsweise Gaumenschleimhaut: Die Flüssigkeit hält über sogenannte Kapillar- und Adhäsionskräfte sowie Unterdruck die Prothese im Mund. Deswegen sollten Sie Ihre Totalprothesen vor dem Einsetzen immer leicht mit Wasser benetzen.

Nachteile der Vollprothesen

Weil die Oberkieferprothese den Gaumen abdeckt, kann es bei dieser Form des Zahnersatzes zu einer veränderten Geschmacksempfindung sowie zu leichten Veränderungen der Sprache kommen.

Sind im Kieferknochen keine Zähne mehr verankert, kann sich die Knochensubstanz zurückbilden – am Unterkiefer kann das zu Problemen mit dem Sitz der Prothese führen. Ein chirurgischer Eingriff kann dann eventuell eine Besserung erzielen. In manchen Fällen kann auch der Einsatz von Zahnimplantaten sinnvoll sein. Der Kieferchirurg bringt dann in den Kieferknochen Implantate ein, auf die sich eine festsitzende oder kombinierte Prothese abstützen kann. Ein solcher Zahnersatz ist stets komfortabler und erstrebenswerter als eine herausnehmbare Zahnprothese.

Pflege und Haltbarkeit

Die Pflegeempfehlungen für Träger von Vollprothesen entsprechen denen für Teilprothesen. Reparaturen, Erweiterungen und Erneuerungen der Prothese nehmen Zahnarzt beziehungsweise Zahntechniker stets außerhalb des Mundes vor. Entstehen im Material wiederholt Risse oder Sprünge ohne größere Gewalteinwirkung, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Prothese nicht optimal passt. In diesem Fall sollten Sie unbedingt Ihren Zahnarzt darauf ansprechen.

Da sich das Gewebe im Mund verändern kann, zum Beispiel durch Knochenumbau, passt der Zahnarzt die Prothese von Zeit zu Zeit an die Mundstrukturen an. Eine Unterfütterung der Prothese mindert zum Beispiel das Schaukeln des Zahnersatzes und verhindert, dass sich Druckstellen bilden. Wenn Sie Träger einer Zahnprothese sind, sollten Sie daher regelmäßig Ihren Zahnarzt aufsuchen, damit er den Sitz Ihrer Prothese kontrollieren kann.