Wundarten und ihre Erstversorgung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Februar 2013)

© Jupiterimages/iStockphoto

Schnittwunden entstehen durch die Einwirkung scharfkantiger Gegenstände, wie zum Beispiel Messer, Scheren oder auch Glasscherben. Die Wundränder sind glatt, die Wunde klafft häufig auseinander und blutet stark. Es kommt nur selten zu Wundinfektionen.

Kleinere Schnittwunden können Sie mit einem Pflaster verarzten. Um den Blutverlust bei stärkeren Blutungen so gering wie möglich zu halten, ist die sofortige Hochlagerung des verletzten Körperteils besonders wichtig. Als nächste Maßnahme erfolgt darauf die Abdeckung der Wunde mit sterilem Verbandsmaterial. Sollte die Blutung durch diese Maßnahmen nicht zum Stehen kommen, muss auf die Wunde, und damit auf die Arterien im Wundbereich, Druck ausgeübt werden. Durch festes Aufdrücken des Verbandsmaterials mit der Hand reduzieren Sie im Notfall eine Blutung am einfachsten und am sichersten. Der nächste Schritt der fachgerechten Wundversorgung ist das Anlegen eines Druckverbands. Mit einem richtig angelegten Druckverband ist es möglich, über einen längeren Zeitraum einen kontinuierlich wirkenden Druck auf die Wunde einwirken zu lassen. Durch diese äußerst einfachen Maßnahmen können auch vom Ersthelfer die meisten Blutungen gestoppt werden. Allerdings ist ein Druckverband nicht bei allen Schnittwunden möglich. Bei Verletzungen im Bereich des Halses muss das Verbandsmaterial durch einen Helfer so lange direkt auf die Wunde gedrückt werden, bis die Blutung steht. Die weitere Versorgung muss dann aber innerhalb kürzester Zeit durch einen Arzt erfolgen.

Bei extrem starken Blutungen mit Verletzungen großer Arterien kann es gut möglich sein, dass weder das Aufpressen des Verbandsmaterials mit der Hand noch ein Druckverband die Blutung zum Stehen bringen. Um den Verletzten zu retten bis ärztliche Hilfe eintrifft, bleibt in diesen Fällen nur die Unterbrechung der Blutzufuhr zur verletzten Stelle. Dabei wird der Puls der zuführenden Schlagader aufgesucht und die Arterie gegen den darunter liegenden Knochen gedrückt. Die geeignete Stelle beispielsweise für den Oberarm befindet sich an der Innenseite des Oberarms. Bei großen Blutungen des Beins ist die Mitte der Leistenbeuge zum Abdrücken besonders gut geeignet.

Wegen schwerster Folgeschäden, die nicht selten zum Verlust von Gliedmaßen führen können, ist vom Abbinden eines Arms oder Beins jedoch abzuraten. Sollten aber keinerlei Zweifel bestehen, dass der Verletzte zum Beispiel auf Grund von abgetrennten Gliedmaßen verbluten wird und das Abdrücken der betroffenen Arterie keine ausreichende Wirkung zeigt, dann soll die betreffende Gliedmaße abgebunden werden. Dabei ist zu beachten: Verwenden Sie mehrere Zentimeter breite Tücher (wie Dreieckstuch oder Krawatte) und auf keinen Fall Schnüre oder Drähte. Lockern Sie die einmal angelegte Abbindung nicht, sondern warten Sie auf den Rettungsdienst, der über weitere Maßnahmen entscheiden wird.