Fruchtwasserunter­suchung (Amniozentese): Wann ist eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. April 2015)

Wann eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor für das Gesundheitsrisiko eines ungeborenen Kindes – und somit für die Entscheidung zur Fruchtwasserpunktion – ist der Zeitpunkt der Schwangerschaft: Je älter die werdende Mutter ist, desto wahrscheinlicher ist eine Schädigung an den Trägern des Erbguts (sog. Chromosomen) des Kindes. 

Daher gilt eine Fruchtwasseruntersuchung bei Frauen ab dem 35. Lebensjahr als sinnvoll.

Eine Fruchtwasseruntersuchung ist auch sinnvoll, um Auffälligkeiten abzuklären, die sich bei einer Ultraschalluntersuchung oder beim Ersttrimesterscreening ergeben: Die Untersuchung des Fruchtwassers kann dann zeigen, ob das ungeborene Kind tatsächlich eine Chromosomenstörung (z.B. Trisomie 21 bzw. Down-Syndrom) oder einen Neuralrohrdefekt (wie Spina bifida, Anenzephalie) hat. Außerdem ist eine Amniozentese empfehlenswert, wenn:

  • ein Risiko für eine pränatal diagnostizierbare Erbkrankheit besteht (z.B. für eine vererbbare Muskelerkrankung, die Bluterkrankheit oder eine Sichelzellenanämie) und die Eltern klären lassen möchten, ob das Ungeborene betroffen ist,
  • die Eltern bereits Kinder mit einer Chromosomenstörung oder einem Neuralrohrdefekt haben,
  • die Schwangere schon einmal eine Fehlgeburt hatte, wobei der Verdacht auf eine Chromosomenabweichung bestand,
  • ein Elternteil selbst von einer Chromosomenstörung betroffen ist,
  • jemand in den Familien der Eltern einen Neuralrohrdefekt hat.
Ab wann der richtige Zeitpunkt für die Fruchtwasseruntersuchung ist, hängt auch von der vorhandenen Fruchtwassermenge ab. Sinnvoll ist die Fruchtwasserpunktion in der Regel ab der 15. Schwangerschaftswoche. Zur Frühdiagnostik kann sie in seltenen Fällen auch früher eingesetzt werden.