Virtuelle Endoskopie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (24. Februar 2011)

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Die virtuelle Endoskopie stellt eine vereinfachte Version der konventionellen Endoskopie dar. Mithilfe der konventionellen Spiegelung lassen sich ohne großen chirurgischen Eingriff Körperhöhlen und Hohlorgane abbilden und Krankheiten erkennen und gegebenenfalls gleich behandeln.

Hierfür ist ein Endoskop aus einem System parallel angeordneter Schläuche notwendig, in denen eine Lichtquelle und eine Glasfaser-Optik zum Untersuchungsgebiet herangeführt wird. Zusätzlich ermöglichen ein oder mehrere Arbeitskanäle, dass Instrumente ins Körperinnere eingebracht werden können, um beispielsweise Gewebeproben zu entnehmen (Biopsie) oder Drainagen zu legen. Durch Neigung der Endoskopspitze lässt sich dabei das Untersuchungsgebiet aus nahezu jedem beliebigen Blickwinkel betrachten.

Mit der virtuellen Endoskopie wurde ein neues Verfahren in die bildgebende Diagnostik eingeführt. Es bietet den Vorteil, dass Hohlräume des menschlichen Körpers dreidimensional darstellbar sind, ohne dass man mit einem Endoskop in den Körper eindringt. Die Bilder werden durch eine computergestützte Nachverarbeitung von radiologischen Aufnahmen durch Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gewonnen und entsprechen dem Bildeindruck einer konservativen invasiven Endoskopie. Man spricht dabei auch von einem 3D-Rekonstruktionsverfahren.

Mittels einer speziellen Software lassen sich aus den zweidimensionalen Schnittbildinformationen nicht nur Durchmesser und das Innere des Organs, sondern auch die Beschaffenheit der Organwand und dessen Umgebung dreidimensional darstellen. Nach der Berechnung kann der Untersuchende auf einem Monitor das Innere des Körpers aus allen möglichen Richtungen betrachten, ohne wirklich in diesen einzudringen.

Allerdings kann die virtuelle Endoskopie – im Gegensatz zur konventionellen – nur als Diagnoseinstrument und nicht zur Therapie angewandt werden. So kann man zum Beispiel nicht wie bei der konventionellen Endoskopie Gewebe entnehmen oder Drainagen legen. Die virtuelle Endoskopie eignet sich vor allem dazu, luftgefüllte Hohlräume wie die Luftröhre, die Lunge, Gefäße, die Nasennebenhöhlen und auch den Verdauungstrakt dreidimensional darzustellen.