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Vaterschaftstest

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Februar 2014)

© Jupiterimages/Pixland

Ein Vaterschaftstest legt offen, ob ein bestimmter Mann der Vater eines bestimmten Kindes ist. Der korrekte juristische Begriff dafür lautet "Abstammungsbegutachtung".

Wenn es zum Beispiel um finanzielle Unterstützung und die Zahlung von Unterhalt geht, muss manchmal gerichtlich geklärt werden, wer der Vater eines Kindes ist. Um eine Vaterschaft vor Gericht an- oder aberkennen zu lassen, muss ein offizieller Vaterschaftstest, also eine Abstammungsbegutachtung vorliegen.

Die Identität aller am Vaterschaftstest beteiligten Personen muss bekannt sein. Das heißt, es müssen Vor- und Zuname des Kindes, der Mutter und des potenziellen Vaters bekannt sein. Die Testpersonen müssen sich dazu per Lichtbildausweis und per Unterschrift identifizieren und in die Untersuchung einwilligen – so schreiben es die Richtlinien der Gendiagnostik-Kommission (kurz GEKO) vor, die regeln, wie in Deutschland ein Vaterschaftstest durchzuführen ist.

Ein Vaterschaftstest besteht heutzutage aus einer DNA-Analyse. Dabei untersucht ein Labormediziner, ein Humangenetiker oder entsprechend geschultes Personal bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (DNA). Es reicht dabei nicht aus, nur vom betroffenen Kind und dem Mann, der möglicherweise der Vater ist (potenzieller Vater), eine DNA-Probe zu nehmen – auch von der Mutter des Kindes ist eine DNA-Probe nötig, damit der Vaterschaftstest ein sicheres Ergebnis liefert und den rechtlichen Anforderungen entspricht.

Was bedeutet DNA-Probe genau? Der Untersucher entnimmt den am Vaterschaftstest beteiligten Personen Zellen, um deren Erbgut analysieren zu können. Diese Zellentnahme ist völlig schmerzfrei und sehr einfach durchzuführen: Mit einem Wattestäbchen fährt der Untersucher der Testperson durch die Mundhöhle und nimmt dabei Zellen der Mundschleimhaut auf. Diese Zellen genügen, um die DNA weiter zu untersuchen.

Wenn Sie an einem Abstammungsgutachten beiteiligt sind, müssen Sie sich aber nicht sorgen, dass der Labormediziner Sie nun komplett genetisch "durchleuchtet" – und gegebenenfalls nach speziellen Eigenschaften, Anlagen oder gar Krankheiten forscht. Für den Vaterschaftstest schaut er sich lediglich Bereiche Ihres Erbguts an, die nach heutigem Wissen keine persönlichen Merkmale oder Eigenschaften verschlüsseln, sogenannte nicht-kodierende Bereiche. Die ausgewählten DNA-Abschnitte eignen sich aber trotzdem gut dazu, Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen zwei Personen herauszufinden.

Durch den Vergleich der DNA-Abschnitte lässt sich mittels eines Vaterschaftstests die Wahrscheinlichkeit errechnen, mit der der untersuchte Mann als Vater infrage kommt:

  • Liegt dieses Ergebnis bei über 99,999 Prozent, gilt die Vaterschaft als erwiesen.
  • Sprechen mindestens vier der untersuchten DNA-Bereiche gegen die Vaterschaft des untersuchten Mannes, gilt die Vaterschaft generell als ausgeschlossen.

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