Vakuumbiopsie: Andere Biopsiemethoden

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. Mai 2014)

Neben der Vakuumbiopsie (minimalinvasive Biopsie der Brust, MIBB) finden drei andere Biopsiemethoden Anwendung, um Gewebeproben aus der Brust zu entnehmen:

  1. Exzisionsbiopsie
  2. Feinnadelbiopsie
  3. Stanzbiopsie

Da ungefähr 70 Prozent der entdeckten Veränderungen in der Brust gutartig sind, sollte eine Biopsie der Brust einerseits ein sicheres diagnostisches Ergebnis liefern, andererseits aber so schonend wie möglich sein, um die Betroffenen so wenig wie möglich zu belasten.

Exzisionsbiopsie

Im Unterschied zur Vakuumbiopsie der Brust ist die Exzisionsbiopsie ein operativer Eingriff – daher auch chirurgische oder offene Brustbiopsie genannt. Ziel dieser Biopsiemethode ist es, möglichst das gesamte verdächtige Gewebe zu entfernen und anschließend zu untersuchen.

Die Exzisionsbiopsie liefert eindeutige Ergebnisse. Anders als bei der Vakuumbiopsie bekommen Sie vor dem Eingriff jedoch eine Vollnarkose. Außerdem ist für die Exzisionsbiopsie ein ein- bis dreitägiger Krankenhausaufenthalt notwendig, während die Vakuumbiopsie ambulant möglich ist.

Nach der Exzisionsbiopsie bleibt eine vier bis fünf Zentimeter lange Narbe zurück. Bei manchen Frauen vernarbt zudem das Gewebe im Inneren der Brust, was in einigen Fällen Beschwerden (z.B. Narbenschmerzen) verursachen kann. Während die Vakuumbiopsie der Brust auch bei unklaren Befunden zum Einsatz kommt, dienen Exzisionsbiopsien daher vorwiegend dazu, bei eindeutig bösartigen Befunden (Brustkrebs) das veränderte Brustgewebe vollständig zu entfernen.

Feinnadelbiopsie

Wie die Vakuumbiopsie macht die Feinnadelbiopsie als minimal-invasive Methode nur eine örtliche Betäubung notwendig. Dann führt der Arzt eine Hohlnadel in die Brust ein, um Zellen des zu untersuchenden Gewebes zu gewinnen. Mit der Feinnadelbiopsie kann man jedoch nur eine kleine Menge Zellen entnehmen. Daher ist es notwendig, die Nadel mehrmals einzuführen, um genügend Zellen für eine Untersuchung zu erhalten.

Da für die Laboruntersuchung nur einzelne Zellen und keine zusammenhängenden Gewebestrukturen zur Verfügung stehen, bietet die Feinnadelbiopsie im Gegensatz zur Vakuumbiopsie nur eine geringe diagnostische Sicherheit.

Stanzbiopsie

Neben der Vakuumbiopsie gilt die Stanzbiopsie als Standardverfahren zur Biopsie der Brust. Die Stanzbiopsie der Brust (lat.: Mamma) erfolgt ebenfalls unter örtlicher Betäubung und verläuft auch ansonsten ähnlich wie die Feinnadelbiopsie. Jedoch haben die bei der Stanzbiopsie eingesetzten Nadeln einen größeren Durchmesser: Auf diese Weise kann der Arzt aus der Brust nicht nur einzelne Zellen, sondern kleinere Gewebestücke entnehmen.

Um eine ausreichende Menge an Gewebe für die Laboruntersuchung zu erhalten, sind aber auch bei der Stanzbiopsie mehrere Einstiche erforderlich. Dennoch ist die diagnostische Sicherheit der Stanzbiopsie größer als die der Feinnadelbiopsie. Aufgrund der geringeren Größe der Gewebeproben ist sie aber nicht immer so hoch wie bei der Vakuumbiopsie und der offenen Biopsie. Außerdem kann durch das mehrmalige Einführen der Stanzbiopsienadel in die Brust die Treffsicherheit geringer sein als bei der Vakuumbiopsie.