Urinuntersuchung (Urinanalyse): Farbe

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Mai 2013)

Im Rahmen einer Urinuntersuchung (Urinanalyse) beurteilt der Arzt auch die Farbe der Urinprobe. Es ist wichtig, für diese Beurteilung frisch gewonnenen Urin (Harn) zu verwenden, da manche Harnbestandteile ihren Farbton nach einiger Zeit durch chemische Umsetzung ändern. Normaler Urin ist klar und gelb (stroh- bis bernsteingelb). Seine Farbe entsteht unter anderem durch die sogenannten Urochrome: Dies sind stickstoffhaltige gelbe Farbstoffe, die sich beim Abbau von Eiweißen und Bilirubin (Gallenfarbstoff) bilden.

Allgemein ist die Verfärbung von Urin abhängig von der Konzentration an gelösten Stoffen, von Nahrungsmitteln, von Medikamenten und davon, ob krankhafte (pathologische) Bestandteile vorhanden sind. Zeigt sich bei der Urinuntersuchung eine weißliche bis cremige Farbe, deutet dies darauf hin, dass weiße Blutkörperchen (Leukozyten) im Urin (sog. Leukozyturie) vorhanden sind und möglicherweise eine Nieren- oder Harnwegsinfektion vorliegt. Konzentrierter dunkler Urin entsteht beispielsweise durch hohes Fieber. Das krankhafte Vorkommen des Gallenfarbstoffs Bilirubin im Urin, beispielsweise bei einem Verschluss der Gallenwege, färbt den Urin ebenfalls dunkel. Ein roter Urin weist auf die krankhafte Ausscheidung von Blut im Urin hin. Doch auch nach anstrengenden, sportlichen Belastungen wie einem Marathonlauf ist ein dunkler und leicht blutiger Urin oft zu beobachten.

Also ist nicht jede bei der Urinuntersuchung festgestellt Abweichung in der Urinfarbe Zeichen einer Erkrankung. Auch bestimmte Nahrungsmittel oder Medikamente können den Urin deutlich verfärben: So ist der Urin nach dem Verzehr von roter Bete rot verfärbt. Wer Multivitaminpräparate zu sich genommen hat, scheidet Urin von eher grün-gelblicher Farbe aus.

Die Durchsichtigkeit des Urins kann – unabhängig von der Farbe – durch das Vorkommen von Eiter, Fibrin (ein bei der Blutgerinnung entstehendes Eiweiß) und abgeschilferten Zellen getrübt sein. Ein solcher trüber Urin ist bei der Urinuntersuchung festzustellen, wenn eine Entzündung der Nieren und Harnwege vorliegt. Bei jungen Männern allerdings kann milchiger Urin gelegentlich vorkommen, ohne Anzeichen für eine Krankheit zu sein. Wenn man dagegen viel Mineralwasser trinkt oder einen Diabetes insipidus hat, bildet sich typischerweise ein sehr heller, fast farbloser Urin.