Szintigraphie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. November 2014)

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Die Szintigraphie ist eine bildgebende Untersuchung: Mit ihr können Ärzte innere Organe oder Strukturen sichtbar machen und so zum Beispiel eine Organfunktion prüfen oder krankhafte Veränderungen (wie Krebserkrankungen) diagnostizieren. Zum Einsatz kommt die Szintigraphie vor allem, um Schilddrüse, Herz, Niere und Knochen zu untersuchen.

Die Szintigraphie funktioniert so:

  • Zunächst bekommt man ein Arzneimittel – ein sogenanntes Radiopharmakon – verabreicht. Dieses Mittel reichert sich in der zu untersuchenden Köperregion an. Es ist schwach radioaktiv und setzt im Körper eine bestimmte Strahlung (sog. Gammastrahlung) frei, weil es Radionuklide enthält.
  • Anschließend misst ein bilderzeugendes Gerät – die Gammakamera – die vom Körper abgegebene Strahlung und erfasst so, wie sich das verabreichte Radiopharmakon im Körper verteilt hat.
  • Ein angeschlossener Computer erzeugt anhand der Messwerte ein zwei- oder dreidimensionales Bild: das sogenannte Szintigramm.

Das bei der Szintigraphie gewonnene Bild zeigt deutlich, wie das Radiopharmakon in der untersuchten Region verteilt ist: Die gemessenen Strahlenwerte im untersuchten Gewebe oder Organ sind im Szintigramm als Punkte dargestellt – je stärker sich das Radiopharmakon an einer Stelle anreichert, desto dichtere Wolken bilden die Punkte auf dem Szintigramm. Dieses Verteilungsmuster gibt dem Arzt Aufschluss über mögliche krankhafte Veränderungen, denn: Tumorzellen haben im Vergleich zu normalen, gesunden Zellen einen veränderten Stoffwechsel. In krankem Gewebe, in Tumoren und Tochtergeschwulsten (Metastasen) reichert sich die Substanz deshalb anders an als in gesundem Gewebe.

Die Gammakamera beziehungsweise das Szintigramm stellt die Vorgänge im Körper auf molekularer Ebene dar (ein Molekül ist die kleinste Einheit einer chemischen Verbindung). Deshalb können Ärzte mithilfe der Szintigraphie bereits Krankheiten erkennen, die noch zu keinen anatomisch sichtbaren Veränderungen geführt haben.

Da man ein Szintigramm mithilfe von schwach radioaktiven Substanzen erstellt, ist die Szintigraphie eine nuklearmedizinische Untersuchung. Entsprechend erfolgen Szintigraphien nur in Facharztpraxen für Nuklearmedizin oder im Krankenhaus. Je nachdem, welchem Diagnosezweck das Szintigramm dient, kommen verschiedene, ganz bestimmte Radiopharmaka zum Einsatz, die sich im jeweils zu untersuchenden Körperbereich beziehungsweise Organ anreichern: Ein sehr bekanntes Beispiel ist radioaktives Jod, das sich bevorzugt in der Schilddrüse anlagert und daher bei der Schilddrüsenszintigraphie Verwendung findet.

Video: Knochenszintigraphie. Wie funktioniert sie? Wofür ist sie gut?

Die mit einer Szintigraphie verbundene Strahlenbelastung ist sehr gering. Entweder der Körper scheidet die eingesetzten Radionuklide rasch wieder aus oder sie zerfallen im Körper sehr schnell.