Stuhluntersuchung (Stuhlprobe)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juni 2014)

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Grundlage einer Stuhluntersuchung ist eine Stuhlprobe. Der Arzt kann prüfen, wie der Stuhl zusammengsetzt ist und ob er Blut oder Krankheiterreger – etwa Durchfallkeime – enthält.

Eine Stuhluntersuchung anhand einer Stuhlprobe erfolgt zum Beispiel bei Durchfall, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulceroase oder als Vorsorgeuntersuchung, vor allem zur Früherkennung von Darmkrebs.

Der Stuhl ist das Endprodukt der Verdauung – er besteht aus:

  • unverdauten Nahrungsbestandteilen,
  • Verdauungssäften,
  • Darmschleimhautzellen und
  • Bakterien.

Bei der Stuhluntersuchung beurteilt der Arzt die Stuhlprobe unter anderem auf ihre Beschaffenheit (Konsistenz), ihre Farbe, ihren Geruch, ihr Gewicht und ob der Stuhl Beimengungen wie Schleim, Blut oder Eiter aufweist. Im Labor lässt sich die Probe gezielt auf Bakterien wie Salmonellen, Shigellen, Yersinien oder Campylobacter untersuchen, ebenso auf Viren oder Parasiten. Mehrmalige Stuhlentnahmen, meist an drei verschiedenen Tagen, erhöhen im Falle einer Infektion die Sicherheit, dass die Krankheitserreger auch nachgewiesen werden können.

Um die Stuhlprobe für die Stuhluntersuchung abgeben zu können, muss man sie erst einmal entnehmen. Dazu setzt man am besten den Stuhl in ein sauberes Gefäß ab und nimmt mit einem Löffelchen eine kleine Stuhlprobe davon ab. Sind im beziehungsweise auf dem Stuhl Bestandteile wie Schleim, Eiter oder Blut sichtbar, sollten diese in der Stuhlprobe enthalten sein. Sind keine Auffälligkeiten zu erkennen, entnimmt man die Stuhlprobe von der Stuhloberfläche.

Bei flüssigen Stühlen füllt man drei bis fünf Milliliter als Probe ab. Wenn es nicht möglich ist, auf diesem Weg eine Stuhlprobe zu gewinnen, erfolgt ein sogenannter Rektalabstrich. Hierbei führt der Arzt einen Stieltupfer bis hinter den Analschließmuskel ein und entnimmt auf diese Weise eine Probe.

Charakteristika normalen Stuhls

EigenschaftNorm
Konsistenzgeformt, weich
Farbemittelbraun
Gewichtunter 300 g/Tag; meist zwischen 100-200 g/Tag
Fettunter 7 g/Tag
Stärkenur in geringen Mengen nachweisbar