Stuhluntersuchung (Stuhlprobe): Stärke im Stuhl

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Juni 2014)

Bei der Stuhluntersuchung ist es auch wichtig, festzustellen, wie viel Stärke der Stuhl enthält. Die Menge kann Aufschluss darüber geben, ob die Aufnahme von Nährstoffen im Darm gestört ist. Eine große Stärkemenge spricht meist für eine Störung der Funktion der Bauchspeicheldrüse.

Normalerweise lässt sich Stärke bei einer Stuhluntersuchung nur in sehr geringen Mengen nachweisen. Sie gelangt in größerer Menge in die unteren Darmabschnitte, wenn der Körper die Stärke in den oberen Darmabschnitten nicht richtig verdaut oder sie dort nicht aufnimmt. Im Dickdarm bauen Darmbakterien die Stärke ab, was zu Blähungen und Durchfall führen kann. Man spricht in diesem Fall vom sogenannten Gärungsstuhl. Charakteristisch sind große Stuhlmengen, die streng riechen und eine schaumige Konsistenz aufweisen. Gärungsstuhl kann verschiedene Ursachen haben:

  1. Maldigestion: Die Verdauung der Stärke ist gestört und die Darmzellen können sie nicht aufnehmen. Grund für diese Verdauungsstörung kann ein Mangel an Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit bei Verschluss des Bauchspeicheldrüsengangs durch Steine oder Tumoren, eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse oder Mukoviszidose sein.
  2. Nahrungsbrei fließt direkt aus dem Magen in den Dickdarm: Bei Geschwüren, Tumoren oder Entzündungen kann es zur Bildung einer sogenannten Fistel (Kanal) zwischen Magen und Dickdarm kommen. Dadurch kommt die in der Nahrung enthaltene Stärke kaum mit Verdauungssäften in Kontakt und wird daher nur unzureichend verdaut.
  3. Zu hoher Verzehr von Stärke: Nimmt der Mensch mit der Nahrung eine zu große Menge an Stärke auf, kann er diese nicht vollständig verdauen.