Strahlentherapie (Radiotherapie): Ablauf

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (29. Januar 2013)

Wie sieht der Ablauf einer Strahlentherapie aus? Je nach Einzelfall wird der Arzt die Strahlentherapie mit anderen Behandlungsformen kombinieren, und auch die Art und Dauer der Strahlentherapie individuell festlegen.

Ist eine Strahlentherapie geplant, sucht der Patient zunächst den Radioonkologen auf. Im Idealfall bringt der Patient alle relevanten Unterlagen mit, so zum Beispiel Berichte über vorangegangene Operationen oder Röntgenbilder. Nach einer körperlichen Untersuchung wird der Arzt mit dem Patienten Ziel und Ablauf der Strahlentherapie besprechen. Im Gespräch besteht die Möglichkeit, offene Fragen zu klären, etwa die nach den Nebenwirkungen. Manchmal kann es dem Patienten helfen, wenn er eine nahestehende Person zum Aufklärungsgespräch mitbringt – so kann er die Informationen später eventuell besser verarbeiten und sich mit seinem Gegenüber austauschen.

Man sieht eine Frau, bei der ein MRT gemacht wird. © Jupiterimages/iStockphoto

Vor Beginn der Strahlentherapie arbeitet der Arzt je nach Art der Erkrankung einen individuellen Behandlungsplan aus, in welchem er den genauen Ablauf inklusive Strahlendosis, Zeitplan und Strahlenart festlegt. Hierbei kann eine Computertomographie des betreffenden Körperbereichs sinnvoll sein, damit der Arzt bestimmen kann, wo genau bestrahlt wird. Noch bevor die erste Behandlung erfolgt, muss der Patient schriftlich einwilligen, dass er die Therapie wünscht.

Anschließend wird die Therapie simuliert: Der Patient kommt unter ein spezielles Röntgengerät, das als Simulator dient. Nun nimmt der Arzt exakt die geplanten Einstellungen vor; anhand des Geräts kann er testen, ob der Behandlungsplan optimal ist. Dies ist wichtig, um zu gewährleisten, dass die Strahlen auch tatsächlich den erkrankten Körperbereich treffen und gesundes Gewebe so gut wie möglich geschont wird.

Zur Durchführung werden Markierungen auf der Haut aufgebracht, um sicherzustellen, dass immer die gleiche Stelle bestrahlt wird. Die Bestrahlung erfolgt dann in vier bis fünf Einzeldosen pro Woche über mehrere Wochen oder auch einmal pro Tag (Fraktionierung). Das gesunde Gewebe kann sich in der Zeit zwischen den Bestrahlungen wieder erholen.

Nach der letzten Bestrahlung führt der Arzt ein abschließendes Gespräch mit dem Patienten und untersucht ihn nochmals. Da sich die Wirkung der Strahlung nach dem Behandlungsende noch verstärken kann, ist eine Kontrolluntersuchung sinnvoll. Die Nachsorge erfolgt in Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten des Patienten.