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Sterilisation: Sterilisation der Frau (Tubensterilisation)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. Mai 2015)

Die Sterilisation der Frau (Tubensterilisation) findet unter Vollnarkose statt: Wenn die Frau das Bewusstsein verloren hat und keine Schmerzen mehr verspüren kann, beginnt die Operation. Dabei verschafft sich der Chirurg Zugang zu den Eileitern (Tuben), um sie zu unterbrechen.

Für die Sterilisation der Frau gibt es verschiedene Methoden: Der Arzt kann die Eileiter ...

  • mit einem Clip abklemmen,
  • durch Hitze verschweißen (Thermokoagulation) oder
  • durchtrennen.

In den meisten Fällen erfolgt die Sterilisation der Frau als minimal-invasiver Eingriff im Rahmen einer Laparoskopie (Bauchspiegelung). Wer sich sterilisieren lassen möchte, kann dies  aber auch – nach vorheriger Absprache – mit einer anderen Bauchoperation kombinieren – zum Beispiel mit einem Kaiserschnitt.

Die Sterilisation der Frau ist stationär oder auch ambulant möglich. Es empfiehlt sich, den Eingriff in der ersten Zyklushälfte vorzunehmen.

Folgen

Die Sterilisation hat keine Folgen für den Hormonhaushalt und die Sexualität der Frau: Ihre Hormone, ihr Menstruationszyklus und ihr Sexualtrieb bleiben durch den Eingriff unverändert. Um die Eizellen, die nach der Sterilisation nicht mehr bis in die Gebärmutter (Uterus) wandern können, "kümmert" sich das Gewebe der Eileiter: Es nimmt die Eizellen auf und baut sie ab.

Allerdings haben Frauen, die sich sterilisieren lassen, ein erhöhtes Risiko für eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft. Außerdem kann es bei der Sterilisation zur Schädigung des sogenannten Ligamentum latum der Frau kommen: Dies ist eine quer verlaufende Bauchfellfalte, die sich beidseits von der Gebärmutter zur seitlichen Beckenwand erstreckt. Das Ligamentum latum enthält – neben Haltebändern, Eileiter und Eierstock – auch Blutgefäße und Nerven, die Gebärmutter, Eileiter und Eierstock (Ovar) versorgen. Wenn der Chirurg diese bei der Sterilisation beidseitig verletzt, ...

  • kann dies eine verminderte Blutversorgung zur Folge haben,
  • wodurch eine Funktionseinschränkung der Eierstöcke (Ovarialinsuffizienz) entstehen kann, 
  • die wiederum zu einem vorzeitigen Eintritt in die Wechseljahre (Klimakterium) führen kann.

Die Sterilisation der Frau hat eine dauerhafte Unfruchtbarkeit zur Folge. Wünscht sich eine sterilisierte Frau doch wieder ein Kind, kann sie versuchen, die Sterilisation wieder rückgängig machen zu lassen. Die Erfolgsaussichten einer solchen Refertilisierung ("Wiederfruchtbarmachung") sind allerdings ungewiss: Je nach angewendeter Behandlungsmethode liegt der Anteil der Frauen, die wieder schwanger werden, bei 54 bis 75 Prozent. Zudem ist – wie auch bei der Sterilisation selbst – eine Operation nötig, um die Eileiter wieder durchgängig zu machen. Dies bedeutet ebenfalls Operationsrisiken (wie Verletzungen, Infektionen oder Störungen der Wundheilung).

Jede Frau sollte also gut abwägen, ob sie mit ihrer Familienplanung wirklich bereits abgeschlossen hat, bevor sie sich sterilisieren lässt. Die Kosten für die Refertilisierung sind selbst zu tragen.

Eine intensive Aufklärung und Beratung durch den Frauenarzt ist daher wesentliche Voraussetzung für den Entschluss, sich sterilisieren zu lassen: So kann die Frau Folgen der Sterilisation für die eigene Lebens- und Familienplanung realistisch einschätzen. Kurzfristige Entscheidungen ziehen später unter Umständen psychische Probleme nach sich.

Die Sterilisation bietet einer Frau, die keinen Kinderwunsch hat und über ein entsprechendes Alter verfügt, eine sichere Möglichkeit der Schwangerschaftsverhütung.

Sicherheit

Die Sterilisation der Frau ist eine sehr sichere Art der Empfängnisverhütung. Der Pearl-Index, der die Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode angibt, beträgt für die Tubensterilisation 0,1Das heißt, dass nur 1 von 1.000 Frauen, die sich sterilisieren lassen, anschließend doch noch schwanger werden.


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