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Stammzellen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. März 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Stammzellen sind die Vorläufer der fertig entwickelten Körperzellen, die jeweils auf eine Aufgabe spezialisiert sind (differenzierte Zellen). Stammzellen besitzen zwei besondere Fähigkeiten: Sie können sich nahezu endlos teilen und so neue Zellen bilden. Außerdem können sich aus ihnen alle möglichen Zellarten entwickeln, zum Beispiel Muskel- oder Nervenzellen.

Aus den ersten Stammzellen eines Embryos (embryonale Stammzellen) kann noch ein vollständiges, neues Lebewesen mit Millionen von Zellen entstehen. Diese Fähigkeit der embryonalen Stammzellen, sich zu allen Zelltypen entwickeln zu können, bezeichnen Mediziner als "Totipotenz". Nach einigen Tagen verlieren die embryonalen Stammzellen jedoch diese Fähigkeit – zwar können aus ihnen in diesem Stadium noch viele verschiedene Zelltypen entspringen, aber kein vollständiges Lebewesen mehr. In der Fachsprache heißt dies "Pluripotenz".

Auch der erwachsene Organismus besitzt noch Stammzellen (adulte Stammzellen), die sich zu unterschiedlichen Zelltypen entwickeln können, zum Beispiel Muskel- oder Nervenzellen. Solche adulten Stammzellen sind wichtig, um unter anderem den beständigen Zellverlust auszugleichen, der durch absterbende Zellen oder nach Verletzungen des Körpers entsteht. Teilt sich eine Stammzelle, so geht aus ihr einerseits eine weitere Stammzelle hervor, andererseits eine Zelle, die sich zu einer bestimmten Gewebszelle weiterentwickelt.

Adulte Stammzellen wurden bisher in 20 verschiedenen Organen entdeckt, zum Beispiel im Knochenmark, im Blut und im Gehirn.

Eine wichtige Rolle spielen Stammzellen bei der Blutbildung. Sie sind die unreifsten Vorläuferzellen, aus denen in mehreren Zwischenschritten die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen hervorgehen. Während embryonale Stammzellen also den Grundstein für einen ganzen neuen Organismus bilden, sind adulte Stammzellen dafür zuständig, dass der Körper seine Strukturen erneuern, reparieren und wachsen lassen kann.

Die Stammzellforschung widmet sich Fragen nach den Fähigkeiten von Stammzellen und ihren therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten. Bisher kommt die Stammzellentherapie – häufig in Form einer Knochenmarktransplantation – vor allem bei Erkrankungen zum Einsatz, die das blutbildende System betreffen. Beispielsweise verschiedene Formen von Blutkrebs (Leukämie) oder Blutbildungsstörungen werden bereits heute zum Teil mit Stammzellen behandelt.

In Deutschland regelt das Stammzellgesetz die Stammzellenforschung. Es legt fest, unter welchen Bedingungen Wissenschaftler an Stammzellen forschen und wo diese herkommen dürfen. Laut Stammzellgesetz dürfen für die Stammzellenforschung zum Beispiel nur embryonale Stammzellen verwendet werden, die aus dem Ausland stammen und dort bereits vor dem Mai 2007 gewonnen wurden. Neue embryonale Stammzellen dürfen Forscher weder importieren noch selbst gewinnen.


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