Spermiogramm (Spermauntersuchung): Makroskopische Untersuchung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. November 2013)

Um ein Spermiogramm zu erstellen, untersucht man die Samenflüssigkeit (Sperma) zunächst makroskopisch (also ohne Hilfsmittel): Die makroskopische Untersuchung besteht unter anderem darin, das Ejakulat auf Volumen, Geruch und Farbe zu beurteilen. Pro Samenerguss sollte das Ejakulatvolumen zwischen 2 und 7 Millilitern liegen. Ergibt die makroskopische Spermauntersuchung eine zu geringe Spermamenge, deutet dies auf fehlendes Samenblasensekret hin, das normalerweise zwei Drittel des Ejakulatsvolumens ausmacht. Ursache dafür kann ein Verschluss der sogenannten Spritzkanäle aus den Samenbläschen sein.

Das im Spermiogramm makroskopisch untersuchte Sperma sollte einen kastanienblütenartigen Geruch und eine weißlich-trübe Farbe aufweisen. Eine gelbliche Verfärbung lässt auf eine Infektion, eine rötlich-braune auf vorhandene rote Blutkörperchen (Erythrozyten) schließen.

Zur makroskopischen Spermaanalyse gehört es auch, den pH-Wert des Spermas zu bestimmen. Dieser sollte zwischen 7,2 und 7,8 liegen. Ein höherer Wert im Spermiogramm weist auf eine Infektion, ein geringerer auf eine Missbildung oder einen Verschluss des Samenleiters, der Samenblase oder des Nebenhodens hin.

Mikroskopische Untersuchung

Das Spermiogramm macht außerdem eine mikroskopische Untersuchung der Samenflüssigkeit nötig: Unter anderem beurteilt man für das Spermiogramm die Konzentration, Gesamtzahl, Beweglichkeit (Motilität) und Lebendigkeit (Vitalität) der Samenzellen (Spermien) mikroskopisch. Außerdem misst man, innerhalb welcher Zeit sich das Ejakulat verflüssigt und ob es Bakterien, weiße Blutkörperchen (Leukozyten), Fruchtzucker (Fruktose) oder Zink enthält. Wenn die Spermiogramm-Werte von den Werten abweichen, die eine normale Spermienqualität kennzeichnen, kann dies auf Veränderungen oder Krankheiten hinweisen.

Entscheidend für eine Beurteilung der Samenflüssigkeit im Spermiogramm ist auch das Aussehen (bzw. die Morphologie) der Spermien. Normalerweise haben Spermien eine regelmäßige, ovale Kopfform, ein intaktes Mittelstück und einen Schwanz. Ein krankhaftes Spermium kann vielfältige Formen besitzen: Dann kann die mikroskopische Spermauntersuchung zum Beispiel einen zu großen oder zu kleinen, länglichen, keulen- oder tränenförmigen Kopf, einen Doppelkopf, Schäden am Mittelstück und am Schwanz oder einen doppelt angelegten Schwanz ergeben.