Schüßler-Salze

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. August 2011)

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Als Schüßler-Salze (oft irrtümlich "Schüssler-Salze" geschrieben) werden bestimmte nach homöopathischen Methoden hergestellte Mineralsalze bezeichnet.

Der Name Schüßler-Salze geht auf den Oldenburger Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler zurück. Er lebte von 1821 bis 1898 und war zunächst als homöopathischer Arzt tätig. Später entwickelte er aus seinen Vorstellungen über Erkrankungen und deren Behandlung seine "biochemische Heilweise" oder "Biochemie nach Schüßler". Auch die Schüßler-Salze gehören in diese therapeutische Schule.

Der Ansatz Schüßlers lässt sich der Alternativheilkunde zuordnen – manche sehen ihn als eine Art Kurzversion der Homöopathie an. Allerdings handelt es sich bei der Biochemie nach Schüßler um ein deutlich von der Homöopathie abweichendes Therapiekonzept. In Deutschland sind die apothekenpflichtigen Schüßler-Salze in der Behandlung ähnlich weit verbreitet wie die Homöopathie und finden vorwiegend im Zuge der Selbsttherapie Anwendung.

Die Biochemie nach Schüßler basiert auf der Annahme, dass sie jegliches menschliche Leiden heilen kann, in dem sie bei Erkrankungen einen Mangel an Mineralsalzen ausgleicht. Denn nach Schüßlers Ansicht entstehen Krankheiten durch Mangel an Mineralstoffen und dieser Mangel führe zu einer gestörten physiologischen "Selbstregulation" des Körpers. Schüßler leitete seine Theorie aus der Beobachtung ab, dass verbrannte menschliche Körperteile zwölf Mineralsalze hinterlassen, die er "Lebenssalze" nannte. Schüßler glaubte, dass je nach Todesursache in der Asche Verstorbener ein bestimmtes Lebenssalz fehle oder in einer von der Norm abweichenden Zusammensetzung vorliege. Nach seiner Anschauung können Schüßler-Salze das Fehlen oder den Mangel ausgleichen und so das Leid heilen.

Schulmedizinisch lässt sich die Theorie der Schüßler-Salze jedoch nicht nachvollziehen. Einen wissenschaftlichen Beleg für ihre Wirksamkeit gibt es nicht. Befürworter dieser Therapieform stützen sich oft auf positive Fallberichte – diese sind jedoch aus streng wissenschaftlicher Sicht nicht oder nur wenig aussagekräftig.

Allerdings geht in aller Regel nur ein geringes Risiko von den Substanzen selbst aus. Wer jedoch unter einer ernsthaften Krankheit leidet, sollte eine notwendige schulmedizinische Behandlung nicht verzögert beginnen oder gar ganz versäumen.