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Schmerztherapie: Gut kombiniert gegen den Schmerz

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. April 2017)

© iStock

Wer das Wort Schmerztherapie hört, der denkt möglicherweise vor allem an Medikamente. Aber eine umfassende Schmerztherapie ist mehr als das. Für ein optimales Behandlungsergebnis werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert. Dabei gilt: So vielfältig die Menschen und so unterschiedlich die Schmerzformen, so individuell sollte auch die Therapie auf den Einzelnen abgestimmt sein.

Der eine wird schon seit Jahren von Kopfschmerzen geplagt. Ein anderer hat unerträgliche Nervenschmerzen. Und wieder ein anderer hat immer wieder mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Nahezu jeder Bereich des menschlichen Körpers kann aus den verschiedensten Gründen Schmerzen verursachen.

Wie viele Menschen in Deutschland unter anhaltenden oder immer wiederkehrenden Schmerzen leiden, ist nicht genau bekannt. Schätzungen zufolge hat jeder fünfte Patient, der seinen Hausarzt aufsucht, chronische Schmerzen, das heißt: Die Schmerzen halten länger als drei Monate an.

"Das" Allheilmittel gegen den Schmerz gibt es nicht. In der modernen Schmerztherapie strebt man vielmehr einen sogenannten multimodalen Ansatz an (lat. multi = viel; modus = Art und Weise): Anhand eines individuell zusammengestellten Behandlungsplans arbeiten im Idealfall Ärzte mehrerer Fachrichtungen zusammen, um dem Patienten durch eine Kombination mehrerer Maßnahmen so gut wie möglich helfen zu können.

Zu möglichen Elementen einer modernen Schmerztherapie zählen:

Mindestens ebenso wichtig wie Medikamente, Bewegungstherapie & Co. ist die Eigeninitiative des Patienten. Jeder kann dazu beitragen, Schmerzen zu lindern, so zum Beispiel durch gezielte Programme zur Stressbewältigung, aber auch mithilfe von regelmäßiger Bewegung, sofern es die körperliche Verfassung zulässt.

Wie bekomme ich die optimale Schmerztherapie?

Schmerzpatienten haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, eine angemessene Schmerztherapie zu erhalten. Doch in der Realität erweist sich die Umsetzung oft als schwierig und nicht jeder Patient wird optimal behandelt. Dies kann passieren, wenn der Arzt kein spezieller Schmerztherapeut ist – oder wenn die Krankenkasse teure Anwendungen verweigert. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zwar bestimmte Leistungen aus der Schmerzmedizin, viele Verfahren gehören aber nicht in den Leistungskatalog und müssen schließlich aus eigener Tasche bezahlt werden.

Manche Ärzte haben eine Fortbildung zum Schmerztherapeuten gemacht. Sie tragen dann die Zusatzbezeichnung "Spezielle Schmerztherapie". Wer sich bei seinem bisherigen Arzt in Sachen Schmerztherapie nicht umfassend versorgt fühlt, sollte zunächst das Gespräch suchen und gegebenenfalls darum bitten, dass der Arzt eine Überweisung zu einem Schmerztherapeuten veranlasst. Eine weitere Option ist, sich selbst umzuschauen und den Arzt zu wechseln beziehungsweise nach einem Schmerztherapeuten zu suchen.

Auf den Arztbesuch vorbereiten

Vor dem ersten Arztbesuch ist eine gute Vorbereitung das A & O. Überlegen Sie sich vorher, was Sie Ihrem Arzt genau erzählen möchten und versuchen Sie, die Schmerzen so genau wie möglich zu beschreiben. Hilfreich können Fragen sein wie:

  • Wann treten die Schmerzen auf (z.B. in Ruhe, bei Bewegung, bei Kälte, bei Wärme …)?
  • Seit wann treten die Schmerzen auf?
  • Wie fühlen sich die Schmerzen an (z.B. pochend, stechend, drückend …)?
  • Wie stark sind die Schmerzen?
  • Treten weitere Beschwerden auf?

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Im Schmerztagebuch können Sie protokollieren, welche Situationen mit besonders starken Schmerzen verbunden waren und wann der Schmerz schwächer war. © iStock

Im Schmerztagebuch können Sie protokollieren, welche Situationen mit besonders starken Schmerzen verbunden waren und wann der Schmerz schwächer war.

In einem Schmerztagebuch können Sie protokollieren, wann Sie Schmerzen empfunden haben, wie stark diese jeweils waren und in welcher Situation Sie sich gerade befunden haben. So können Sie und Ihr Arzt nachvollziehen, welche Aktivitäten Ihren Schmerz positiv oder negativ beeinflussen. Ein Schmerztagebuch können Sie hier als PDF herunterladen.

Die Deutsche Schmerzliga bietet Hilfe und Informationen rund um das Thema Schmerz, unter anderem in Form eines Schmerztelefons.

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