Schmerztagebuch: Schmerz ist messbar

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2017)

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Millionen Deutsche leiden tagtäglich unter chronischen Schmerzen. Um herauszufinden, welche Faktoren den Schmerz beeinflussen und wie wirksam eine Schmerztherapie ist, kann ein Schmerztagebuch hilfreich sein.

Permanente oder immer wiederkehrende Schmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Was für Außenstehende schwer vorstellbar ist, kann für Betroffene zur echten Qual werden. Oft können Schmerzpatienten nur schwer vermitteln, wie stark sie unter den Schmerzen leiden.

Schmerz ist allerdings durchaus messbar. Anhand einer individuellen Schmerzskala lässt sich verdeutlichen, wie stark die Schmerzen zu einem bestimmten Zeitpunkt sind und welche Faktoren auf sie einwirken. Ein Schmerztagebuch hilft Betroffenen dabei, ihre Schmerzen selbst einzuschätzen, zu dokumentieren und mögliche Schmerzverstärker zu identifizieren. Darüber hinaus bietet ein Schmerztagebuch häufig Raum für weitere Angaben, zum Beispiel

  • zum Medikamentenbedarf,
  • zum Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme,
  • zu allgemeinen Aktivitäten oder
  • zu Stuhlgang, Schlaf und allgemeinem Wohlbefinden.

Viele Experten sind der Ansicht, dass Schmerzen genauso selbstverständlich gemessen werden sollten wie Blutdruck, Blutzucker oder Fieber. In puncto Schmerzintensität gibt es jedoch keine absoluten Werte. Vielmehr ist es individuell ganz verschieden, wie stark eine Person Schmerzen empfindet. Während etwa beim Blutdruck eindeutige Werte in Form von Zahlen beurteilt werden können, ist bei Schmerzen nur der Betroffene selbst in der Lage, die Beschwerden in ihrer Stärke zu beschreiben. Auch kann nur er einschätzen, inwieweit eine therapeutische Maßnahme den Schmerz gelindert hat. Eine Schmerzskala dient dabei der Verlaufs- und Therapiekontrolle.

In einem Schmerztagebuch können Sie alle für den Schmerz relevanten Daten vermerken – dies erleichtert es dem Arzt, die Schmerztherapie optimal anzupassen.