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Röntgen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. Juli 2015)

© Jupiterimages/Creatas Images

Das Röntgen ist eine häufige Untersuchungsmethode, bei der ionisierende Röntgenstrahlung zum Einsatz kommt. Die Röntgenstrahlen "durchleuchten" den Körper und machen so bestimmte Erkrankungen sichtbar, zum Beispiel Knochenbrüche. Nur wenige Entdeckungen haben die Medizin, aber auch die Technik und Wissenschaft so beeinflusst wie die Röntgenstrahlen.

Das Röntgen, also die Untersuchung mit Röntgenstrahlung, nimmt einen großen Stellenwert in der Medizin ein. Das Verfahren ist

  • aussagekräftig,
  • schnell,
  • einfach,
  • und kostengünstig.

Durch das Röntgen beziehungsweise die Röntgenstrahlung lassen sich viele verschiedene Bereiche des Körpers sichtbar machen. Oft gibt ein Röntgenbild den ersten entscheidenden Hinweis auf eine Erkrankung. Weitere speziellere Röntgen-Verfahren können dann folgen, um den Krankheitsverdacht zu bestätigen oder eine genauere Diagnose zu erhalten, etwa eine Computertomographie (CT).

Röntgenstrahlung wird in einer Röntgenröhre erzeugt. Hier entstehen Röntgenstrahlen, wenn geladene Teilchen (in der Regel Elektronen) durch starke Beschleunigung, Ausbremsung oder Ablenkung durch ein Magnetfeld Energie freisetzen.

Das Besondere an Röntgenstrahlung ist, dass sie durch weiche Materialien wie das menschliche Gewebe dringen können. Wie gut sie die einzelnen Gewebe durchdringen, hängt von deren Dichte ab – Knochengewebe zum Beispiel ist sehr dicht und hält einen Großteil der Röntgenstrahlung auf, sodass sie den Körper nicht komplett durchdringt. Fett- beziehungsweise Muskelgewebe oder die lufthaltige Lunge hingegen sind eher durchlässig für Röntgenstrahlen.

Beim Röntgen dringt die Röntgenstrahlung also durch den menschlichen Körper hindurch und trifft auf der anderen Seite des Untersuchten auf einen Fotofilm. Je mehr Strahlung hier ankommt, desto stärker färbt sich der Fotofilm schwarz. Die Menge der Strahlen, die auf den Fotofilm trifft, ist abhängig vom Gewebe, das sich zwischen dem Ausgangspunkt der Strahlung und dem Film befindet. Auf diese Weise lässt sich das Innere des Körpers auf den Fotofilm abbilden. Entsprechend ihrer hohen Dichte sind Knochen auf einer Röntgenaufnahme hell (wenige Strahlen durchdringen das dichte Knochengewebe) sichtbar, das weniger dichte Lungengewebe hingegen zeichnet sich dunkel auf der Aufnahme ab (viele Strahlen durchdringen das weniger dichte Lungengewebe).

Zu den gängigsten Röntgenaufnahmen gehört das Röntgenbild des Brustkorbs ("Röntgen-Thorax", Thorax =Brustkorb). Darauf kann ein Arzt zum Beispiel erkennen, ob das Herz vergrößert oder verlagert ist. Auch Entzündungsherde oder andere krankhaft veränderte Bereiche in der Lunge können als sogenannte Schatten auf der Lunge im Röntgenbild sichtbar sein. Ein "Röntgen-Thorax" ist besonders bei älteren Menschen auch eine sinnvolle Routineuntersuchung vor einer Operation.

Neben dem Röntgen des Brustkorbs lässt sich natürlich noch von vielen anderen Organen oder Körperbereichen ein Röntgenbild anfertigen. Deshalb ist das Röntgen aus vielen Bereichen der Medizin nicht mehr wegzudenken. Da besonders Krankheiten und Verletzungen der Knochen gut mittels Röntgen erkennbar sind, sind unfallchirurgische oder orthopädische Ambulanzen ohne Röntgengeräte heute kaum mehr vorstellbar. Mithilfe von Kontrastmitteln stellt das Röntgen auch Blutgefäßverschlüsse gut bildlich dar.

Eine besondere Röntgen-Form ist das Röntgen der weiblichen Brust, die sogenannte Mammographie. Mit dieser Untersuchung kann der Arzt Hinweise auf gutartige Brusttumoren oder auf Brustkrebs frühzeitig erkennen. Daher spielt die Mammographie bei der Brustkrebs-Früherkennung eine wichtige Rolle.

Generell gilt: Auf einem Röntgenbild können Ärzte Abweichungen von der "Körpernorm" erkennen.

Solche Abweichungen sind zum Beispiel:

  • Fremdkörper
  • Knochenverletzungen
  • entzündliche Prozesse
  • Verschleißerscheinungen
  • Tumoren

Auch kann der Arzt durch spezielle Röntgenuntersuchungen feststellen, ob Organe gesund sind und normal funktionieren. Röntgen hilft ihm unter anderem dabei zu beurteilen, ob der Herzmuskel ausreichend durchblutet wird, ob die Nieren das Blut ausreichend filtern und Harn ausscheiden, oder ob sich Engstellen im Magen-Darm-Trakt befinden.

Röntgen ist mit oder ohne Kontrastmittel möglich. Bei einer Aufnahme ohne Kontrastmittel spricht man von einem "nativen" Röntgenbild. Kontrastmittel sind Substanzen, die dabei helfen, nicht- oder schlecht darzustellende Körperregionen oder -teile, insbesondere Hohlorgane wie die Harnblase oder das Blutgefäßsystem, beim Röntgen sichtbar zu machen. Es gibt "positive" und "negative" Kontrastmittel:

  • Negative Kontrastmittel: Zu dieser Art von Kontrastmitteln gehören zum Beispiel Luft oder Kohlendioxid. Negative Kontrastmittel schwächen Röntgenstrahlung weniger stark ab als die Umgebung. Deshalb erscheinen auf dem Röntgenbild mit Luft gefüllte Bereiche dunkel.
  • Positive Kontrastmittel: Positive Kontrastmittel schwächen Röntgenstrahlung stärker ab als die Umgebung. Die entsprechenden Bereiche erscheinen im Röntgenbild hell. Zu positiven Kontrastmitteln zählen beispielsweise Bariumsulfat bei Magen-Darm-Untersuchungen oder jodhaltige Substanzen, die meist in die Vene gespritzt werden.

Der Arzt kann dem Patienten ein Kontrastmittel vor dem Röntgen entweder als Getränk, als Injektion über eine Spritze, als Kontrasteinlauf über den Enddarm oder endoskopisch (z.B. in Gallenwege) zuführen. Bei vielen Röntgenuntersuchungen fertigt der Radiologe erst eine Nativaufnahme (also ohne Kontrastmittel) als Übersichtsaufnahme an, bevor er danach zusätzlich ein Röntgenbild mit einem Kontrastmittel macht.

Der Physiker Wilhelm Conrad Röntgen entdeckte die Röntgenstrahlung bei seiner Forschung mit Kathodenstrahlen am Abend des 8. November 1895. Wegen ihrer unbekannten physikalischen Eigenschaften nannte er sie "X-Strahlen". Der Begriff Röntgenstrahlen verbreitete sich erst einige Zeit später.

Bitte nicht eintreten!

Röntgenstrahlung ist nicht ganz ungefährlich: Die elektromagnetischen Wellen der Röntgenstrahlung sind extrem energiereich und können dadurch chemische Bindungen aufbrechen. Wenn Röntgenstrahlung auf den Körper trifft, wird ein Teil der Energie auf den Körper übertragen. Dadurch können die Zellen und die Erbsubstanz (DNA) Schaden nehmen.

Wird zum Beispiel die Erbsubstanz der Keimzellen (Eizelle, Spermien) beschädigt, können daraus vererbbare Krankheiten resultieren. Eine Schädigung der Körperzellen kann zu Krebserkrankungen führen. Jedoch ist der Körper in der Lage, einen Großteil der DNA-Schäden durch bestimmte Mechanismen zu „reparieren“.

Darüber hinaus ist die Strahlung der modernen Geräte so gering, dass die Untersuchten – verglichen mit der natürlichen Strahlung auf der Erde – einer relativ geringen Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Bei angemessener Anwendung überwiegt somit der Nutzen beim Röntgen bei Weitem die potenziellen Risiken.


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