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Radiojodtherapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (18. Dezember 2012)

Allgemeines

Die Radiojodtherapie ist eine Sonderform der Strahlentherapie, bei welcher radioaktiv markiertes Jod zum Einsatz kommt. Ärzte verordnen die Radiojodtherapie bei gut- oder bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse, um verändertes Schilddrüsengewebe zu zerstören.

Bei der Radiojodtherapie, häufig auch als RJT abgekürzt, verabreicht der Arzt radioaktives Jod – das Jod-Isotop 131 – als wässrige Lösung zum Trinken oder als Kapsel zum Schlucken. Die Schilddrüse selbst hat als einziges Organ des menschlichen Körpers die Fähigkeit, Jod in ihren Zellen zu speichern. Daher lagert sich das radioaktive Jod bei der Radiojodtherapie ausschließlich im Schilddrüsengewebe an – beziehungsweise in Geweberesten nach einer operativen Entfernung der Schilddrüse – und nicht in anderen Organen.

In der Schilddrüse angelangt, zerfällt das Jod 131 langsam. Dabei setzt es neben besonders energiereichen Teilchen (Betastrahlung) auch weniger energiereiche Teilchen (Gammastrahlung) frei. Nach etwa acht Tagen ist das radioaktive Jod bereits zur Hälfte zerfallen. Ziel der Radiojodtherapie ist es, mithilfe der radioaktiven Strahlung verändertes Schilddrüsengewebe zu zerstören. Sie findet unter anderem Anwendung bei Störungen der normalen Schilddrüsenfunktion (z.B. Morbus Basedow), bei vergrößerter Schilddrüse sowie bei Schilddrüsenkrebs-Typen, die Jod speichern.

Die Radiojodtherapie erfordert bestimmte Vorsorgemaßnahmen. Hierzu zählen zum Beispiel ein mehrwöchiger Verzicht auf jodhaltige Substanzen (Jodkarenz), eine medikamentöse Vorbehandlung, etwa mit Glukokortikoiden ("Kortison"), die Berechnung der genauen Strahlendosis oder eine Umstellung der Konzentration an Schilddrüsenhormonen. Im Anschluss an die Radiojodtherapie erfolgt eine engmaschige Nachkontrolle, bei welcher der Arzt unter anderem die Menge an Schilddrüsenhormonen bestimmt und den Erfolg der Therapie ermittelt. Bei den meisten Betroffenen zeigt sich ein Therapieerfolg der Radiojodtherapie erst nach etwa zwei bis sechs Monaten.

Die Radiojodtherapie darf nur unter strenger Einhaltung der Strahlenschutzordnung in Deutschland ablaufen und wird in speziellen Kliniken angeboten.






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