Radiojodtherapie: Durchführung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Oktober 2014)

Vor der Radiojodtherapie findet eine gründliche Vorbereitung statt. Dazu misst der Arzt die Größe der Schilddrüse. Um zu prüfen, wie stark die Schilddrüse das radioaktive Jod aufnehmen wird, führt der Arzt einen Radiojodtest durch und berechnet anschließend die Strahlendosis für die eigentliche Strahlentherapie. Damit kann er die radioaktive Belastung – und damit die Risiken und Nebenwirkungen – der Radiojodtherapie so gering wie möglich halten.

In den sechs Wochen vor Beginn der Radiojodtherapie ist es wichtig, sich nach Anweisung des Arztes jodarm zu ernähren und auf entsprechende Nahrungszusätze (etwa jodhaltige Mineralstoffpräparate) zu verzichten. Nimmt der Betroffene Medikamente ein, beispielsweise zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, erklärt der Arzt, ob und wie sie vor der Radiojodtherapie abgesetzt werden müssen.

Die Radiojodtherapie beginnt mit der Einnahme des radioaktiven Jods 131. Hierzu nehmen die Betroffenen in der Regel eine Kapsel ein oder trinken eine wässrige Lösung, in der das Jod enthalten ist.

In Deutschland müssen die Patienten nach der Strahlenbehandlung zunächst für wenige Tage stationär in Quarantäne bleiben, da sämtliche Ausscheidungen und auch die Atemluft für eine gewisse Zeit radioaktiv belastet sind. Die Strahlenschutzverordnung und die dazugehörigen Richtlinien geben vor, dass die Radioaktivität (genauer: die Äquivalentdosis) unter einen bestimmten Grenzwert abklingen muss. Deshalb werden Stuhl, Urin, Erbrochenes und Waschwasser aus entsprechenden Kliniken in eigene Tankanlagen geleitet und dort solange gelagert, bis die Aktivität pro Liter niedrig genug ist. Erst dann darf der Tankinhalt in das öffentliche Wassernetz eingeleitet werden.