Prostatakrebs-Früherkennung: Risiken und Komplikationen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juni 2017)

Das Abtasten und die Ultraschalluntersuchung der Prostata im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung sind ohne Risiken und Komplikationen. Sie sind in der Regel schmerzlos und belasten den Organismus nicht. Führt der Arzt bei einem auffälligen Tastbefund an der Prostata eine Biopsie durch, kann es hier in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Blutungen kommen.

Ab dem 45. Lebensjahr haben alle Männer in Deutschland jährlich Anspruch auf eine Prostatakrebs-Früherkennung, Risikopatienten sogar schon ab dem 40. Lebensjahr. In Deutschland kommt es pro Jahr zu etwa 63.000 neuen Fällen von Prostatakrebs. Wahrscheinlich ist die Anzahl der Männer mit Prostatakarzinom aber noch höher. Bei Autopsien an Männern, die aus anderem Grund verstorben waren, fand sich bei etwa 30 Prozent der Männer über 50 Jahren Prostatakrebs. Bei diesen Prostatakarzinomen handelte es sich um mikroskopisch kleine, sogenannte stumme oder latente Karzinome, die sehr langsam wachsen und wahrscheinlich nie Probleme verursacht hätten.

Die Ursachen des Prostatakarzinoms sind noch nicht vollständig geklärt. Da der Tumor in manchen Familien und in bestimmten Bevölkerungsgruppen gehäuft auftritt, gilt eine genetische Komponente bei der Krankheitsentwicklung als gesichert. Auch hormonelle Faktoren spielen bei der Krebsentstehung eine Rolle. Eine besonders fettreiche Ernährung scheint ebenfalls Prostatakrebs zu fördern. Die gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BPH) erhöht das Krebsrisiko dagegen nicht.

Prostatakrebs-Vorbeugung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen oder Medikamenten für gesunde Männer ohne besondere Risikofaktoren ist von wissenschaftlichem Standpunkt aus zurzeit nicht bewiesen und daher nicht zu empfehlen.