Prostatakrebs-Früherkennung: Rektale Untersuchung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juni 2017)

Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Erkrankungswahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom stark an. Daher besteht bereits ab dem 45. Lebensjahr ein jährlicher Anspruch auf eine Prostatakrebs-Früherkennung. Die Untersuchung ist also ab diesem Alter für jeden Mann sinnvoll und beschränkt sich nicht auf bestimmte Anwendungsgebiete. Risikopatienten, etwa Männer, deren Bruder oder Vater bereits an einem Prostatakarzinom leiden, haben bereits ab dem 40. Lebensjahr einen Anspruch auf die jährliche Früherkennungsuntersuchung.

Rektale Untersuchung

Für die digital rektale Untersuchung stützt sich der Patient auf Knie und Unterarmen auf der Untersuchungsliege ab (Knie-Ellenbogen-Lage). Der Arzt tastet mit dem Finger (lat.: digitus) den Mastdarm (lat.: Rektum) des Patienten aus – daher die Bezeichnung "digital rektale Untersuchung".

Die Untersuchung ist ungefährlich und in der Regel schmerzlos. Diese Untersuchungstechnik ist deshalb besonders geeignet, weil ein Großteil der Prostatakarzinome im hinteren – also dem Darm zugewandten – Teil der Prostata entstehen. Krebsgewebe ist wesentlich härter und weniger elastisch als das umgebende Gewebe und daher durch Tasten gut erkennbar.

Allerdings ist die rektale Tastuntersuchung keine Prostatakrebs-Früherkennung im eigentlichen Sinne: Zum Zeitpunkt, an dem ein Prostatakarzinom tastbar wird, hat es häufig schon Tochtergeschwulste (Metastasen) an entfernt liegenden Stellen gebildet oder ist über die Prostata hinaus gewachsen.

Transrektaler Ultraschall (TRUS)

Beim transrektalen Ultraschall (TRUS) führt der Arzt eine Ultraschall-Sonde in den Mastdarm (Rektum) ein. So kann er die Größe und Form der Prostata ermitteln und die Drüse nach krebsverdächtigen Bereichen absuchen. Beim Ultraschall ist der untersuchte Patient keiner Strahlenbelastung ausgesetzt und die Untersuchung ist risikofrei und in der Regel schmerzlos. Die TRUS eignet sich nicht als alleinige Früherkennungsuntersuchung bei Prostatakrebs und kommt daher lediglich ergänzend zum Einsatz.

CT und MRT

Sowohl die Computertomographie (CT) als auch die Magnetresonanztomographie (MRT) gehören nicht zu den standardmäßigen Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung. Sie können jedoch ergänzend eingesetzt werden, um beispielsweise bei einem positiven Befund (wenn also Prostatakrebs diagnostiziert wurde) zu ermitteln, ob sich bereits Metastasen gebildet haben.