Präimplantations­diagnostik (PID): Ablauf der Präimplantationsdiagnostik

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. Februar 2013)

Voraussetzung für die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist eine künstliche Befruchtung, bei der mehrere Embryonen entstehen. Die gängige Technik, die einer PID vorangeht, heißt In-vitro-Fertilisation (IVF). Bei diesem Verfahren werden weibliche Eizellen außerhalb des Körpers mit männlichen Samenzellen befruchtet. Vor der IVF unterzieht sich die Frau einer Hormonstimulation mit Tabletten.

Später folgt ein Eingriff (meist unter Narkose), bei dem der Arzt die gereiften Eizellen unter Ultraschallkontrolle durch die Scheide der Frau vorsichtig aus dem Eierstock saugt. Die befruchteten Eizellen entwickeln sich im Labor zu Embryonen und können mittels PID untersucht werden.

Die Schritte der IVF – etwa die Hormonbehandlung und der Eingriff – sind mit einem gewissen gesundheitlichen Risiko für die Frau verbunden (z.B. Verletzung, Blutung, Infektion, übermäßige Stimulation der Eierstöcke). Ebenso geht eine In-vitro-Fertilisation mit einer gewissen psychischen Belastung einher.

Dreierregel

Ein wichtiger Begriff, der sowohl mit der IVF als auch der Präimplantationsdiagnostik direkt zusammenhängt, ist die sogenannte Dreierregel. Hierbei handelt es sich um eine Vorgabe im Embryonenschutzgesetz (ESchG), die in Paragraf 1 ("Missbräuchliche Anwendung von Fortpflanzungstechniken") im Absatz 1, Artikel Nr. 3 und 5, festgeschrieben ist.

Die Dreierregel besagt, dass sich strafbar macht, wer "es unternimmt, mehr Eizellen einer Frau zu befruchten, als ihr innerhalb eines Zyklus übertragen werden sollen" (Absatz 1, Nr. 5) und wer "es unternimmt, innerhalb eines Zyklus mehr als drei Embryonen auf eine Frau zu übertragen" (Absatz 1, Nr. 3).

Demnach dürfen in Deutschland bei künstlichen Befruchtungen maximal drei Embryonen pro Zyklus der Frau herangezüchtet werden. Die Regel soll verhindern, dass bei dem Verfahren mehr Embryonen entstehen, als pro Zyklus in die Gebärmutter übertragen werden können.

Dem Gesetz folgend werden bei einer Unfruchtbarkeitsbehandlung wie der IVF bis zu maximal drei Embryonen mithilfe eines Katheters in die Gebärmutter der Frau eingebracht. Dort sollen sie sich zu einem Kind entwickeln.

Die Bundesärztekammer fordert in ihrem "Memorandum zur Präimplantationsdiagnostik", dass der Paragraf im Embryonenschutzgesetz geändert wird. Im Hinblick auf die PID sollte er so angepasst werden, dass:

  • "dem Arzt aufgegeben wird, die Zahl der zu befruchtenden Eizellen abwägend so festzulegen, dass das Risiko des Entstehens überzähliger Embryonen geringer ist als das Risiko, keine ausreichende Anzahl transfergeeigneter Embryonen zur Verfügung zu haben. Die Festlegung einer bestimmten Höchstzahl empfiehlt sich nicht."

Dieser Vorschlag begründet sich darin, dass die Dreierregel laut Expertenmeinung einer erfolgsversprechenden, praktikablen und für die Frau nicht allzu belastenden PID im Wege steht. Grund: Statistisch gesehen würde – wenn pro Versuch nur drei Eizellen befruchtet würden – bei jeder zweiten PID kein übertragbarer Embryo übrigbleiben. Dies liegt daran, dass bei der Untersuchung von gezüchteten Embryonen von Paaren, die ein hohes Risiko für schwerwiegende Erbkrankheiten tragen, entsprechende Genveränderungen festgestellt werden. In der Folge werden die Embryonen verworfen und es eignet sich mitunter keiner dazu, in die Gebärmutter eingesetzt zu werden.