Plexusanästhesie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Januar 2011)

© iStock

Bei der Plexusanästhesie spritzt der Narkosearzt ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in die unmittelbare Nähe von Nervengeflechten (Plexus) oder Nervenstämmen, zum Beispiel in der Achselhöhle. Das Betäubungsmittel blockiert die Weiterleitung der Schmerzsignale und lähmt die Muskulatur eines bestimmten Areals. In diesem umschriebenen Körpergebiet kann zum Beispiel ein chirurgischer Eingriff oder eine andere therapeutische oder diagnostische Maßnahme erfolgen.

Die Stelle, an der der Narkosearzt das Betäubungsmittel in die Nähe des Nervengeflechts spritzt, richtet sich danach, in welcher Körperregion die Operation geplant ist. Die Plexusanästhesie wird insbesondere bei Eingriffen im Bereich des Arms (z.B. Ellenbogen, Handgelenk) und der Schulter eingesetzt. Das Verfahren eignet sich ebenso für Operationen an den Beinen oder Füßen.

Gängige Gebiete für eine Plexusanästhesie sind das Armnervengeflecht für Eingriffe oder therapeutische Maßnahmen im Bereich der Schulter und an der oberen Extremität:

  • Schlüsselbein,
  • Schulter,
  • Oberarm,
  • Ellenbogen,
  • Unterarm und
  • Hand(gelenk).

Außerdem das Lenden-Kreuz-Nervengeflecht (Plexus lumbosacralis) für Eingriffe an Bein und Fuß, etwa als akute Schmerztherapie bei einem Schenkelhalsbruch.

Vor dem Eingriff ermittelt der Arzt mit Hilfe eines Nervenstimulators die richtige Einspritzstelle. Dies geschieht, indem er mit einer elektrischen Stimulationskanüle den Nerv aufsucht. Das Verfahren erhöht zum einen die Erfolgsrate der Plexusanästhesie, zum anderen lassen sich Nervenverletzungen dadurch verhindern. Denn dank der Nervenstimulation weiß der Arzt genau, wo der Nerv verläuft, und er kann die stumpfe (atraumatische) Nadel für das Betäubungsmittel entsprechend vorsichtig vorführen.

Vorteile der Plexusanästhesie

Bei der Plexusanästhesie kann der Narkosearzt einen Katheter in der Nähe der Nerven einbringen, der dann längere Zeit dort "liegen" bleibt. Über diesen Katheter kann er die Nervenblockade beliebig verlängern – was zwei Vorteile mit sich bringt:

  • Die Plexusanästhesie eignet sich auch für längere Operationen.
  • Nach dem Eingriff erfolgt die Schmerztherapie über den Katheter – der Operierte muss dann meist keine weiteren schmerzlindernden Medikamente mehr einnehmen.

Die örtlichen Betäubungsmittel stellen die Gefäße weit, die Blut zum Gewebe transportieren. Dies verbessert die Durchblutung im Operationsgebiet und wirkt sich letztlich günstig auf den Heilungsverlauf aus, vor allem bei Gefäßoperationen.