Physiotherapie (Krankengymnastik): Physikalische Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Juni 2015)

Neben der Bewegungstherapie wenden Physiotherapeuten auch die physikalische Therapie an. Die physikalische Therapie umfasst verschiedene Behandlunsgformen:

Massage (Massagetherapie)

Die physikalische Therapie umfasst unter anderem auch Massage. Zur Massage(Massagetherapie) zählen

  • die Verfahren der klassischen Massage,
  • die Reflexzonenmassage und
  • die Lymphdrainage.

Bei der klassischen Massage verbessern spezielle Techniken wie zum Beispiel Kneten, Streichen, Klopfen oder Vibrieren die Durchblutung der Muskeln. Schmerzen und Muskelverspannungen lassen sich dadurch mindern, verkürzte Muskeln lockern.

Bei der Reflexzonenmassage massiert der Physiotherapeut gezielt bestimmte Reflexzonen (sog. Hautnervenbezirke). Durch diese Körperregionen laufen Nervenstränge, die mit inneren Organen verknüpft sind. Man geht davon aus, dass sich durch diese physikalische Therapie der Reflexzonen der Spannungszustand der inneren Organe verändern und von ihnen ausgehende Schmerzen sich lindern lassen. Zu den Reflexzonenmassagen gehören beispielsweise die Bindegewebsmassage und die Fußreflexzonenmassage.

Die Lymphdrainage ist eine spezielle Form der Massage. Sie dient dazu, überschüssige Lymphflüssigkeit gezielt abzutransportieren. Ärzte verordnen die Lymphdrainage beispielsweise nach einer Operation am Knie: Die Massage "entstaut" die Lymphgefäße und lässt die Schwellung am Bein zurückgehen. Gleichzeitig wirkt sie schmerzlindernd.

Eine klassische Massage fördert die Durchblutung der Muskeln. © Jupiterimages/iStockphoto

Eine klassische Massage fördert die Durchblutung der Muskeln.

Elektrotherapie

Die Elektrotherapie nutzt elektrischen Strom, um Heilungsvorgänge im Körper zu aktivieren. Physiotherapeuten setzen dabei verschiedene Stromformen ein (z.B. niederfrequente Reizströme oder mittelfrequente Wechselströme). Die Elektrotherapie wenden Physiotherapeuten etwa bei manchen Formen von akuten oder chronischen Schmerzen an. Außerdem können Stromimpulse provozieren, dass die Muskeln sich zusammenziehen. Dadurch lassen sich geschwächte Muskeln – zum Beispiel bei Lähmungen – wieder aufbauen. Darüber hinaus kann die Elektrotherapie bei Harninkontinenz und bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) die Therapie unterstützen.

Hydrotherapie

Bei der Hydrotherapie nutzt der Physiotherapeut warmes und kaltes Wasser als Heilmittel. Oft verbindet er diese physikalische Therapie mit anderen physiotherapeutischen Maßnahmen, beispielsweise mit der Elektrotherapie. Eine bekannte Form der Hydrotherapie ist das sogenannte Kneipp-Bad, bei dem der Patient durch kaltes Wasser tritt. Außerdem wenden Physiotherapeuten Wickel, Güsse und Bäder an. Die Hydrotherapie kann Schmerzen lindern, entspannen und das Kreislaufsystem aktivieren.

Thermotherapie

Bei der Thermotherapie kommen zwei verschiedene Formen zum Einsatz: Die Wärmetherapie und die Kältetherapie.

Wärmetherapie: Diese physikalische Therapie hilft bei Schmerzen und Durchblutungsstörungen. Außerdem aktiviert sie den Stoffwechsel und entspannt die Muskeln. Letzeres wirkt besonders Muskelverspannungen und Muskelschmerzen entgegen. Bei der Wärmetherapie nutzen Physiotherapeuten unterschiedliche Techniken: So kann ein Ultraschallgerät gezielt Muskeln, Knochen und Gelenke erwärmen und Verklebungen lösen. Außerdem benutzt man Warmpackungen aus Fango, Schlick oder Moor. Auch Heißluft und Bäderanwendungen kommen zum Einsatz.

Kältetherapie: Eiskompressen, Kaltgas, Kaltluft und Eismassage sind Mittel der Kältetherapie. Die physikalische Therapie mit Kälte setzt die Aktivität von Nerven herab: Dadurch lassen sich Schmerzen hemmen. Nicht ohne Grund empfehlen Mediziner bei der ersten Hilfe von Sportverletzungen, wie zum Beispiel einem Bänderriss, das betroffene Gelenk zu kühlen. Die Kühlung wirkt schmerzlindernd und verhindert eine Schwellung. Darüber hinaus versucht man mithilfe der Kältetherapie krankhaft erhöhte Muskelspannungen (sog. Spastizität) und Lähmungen positiv zu beeinflussen.

Inhalationstherapie

Bei Atemwegserkrankungen wie Asthma, Mukoviszidose oder Lungenentzündungen ist die Inhalationstherapie ein Mittel der Wahl. Bei der Inhalationstherapie zerstäubt ein spezielles Gerät (z.B. Ultraschallvernebler) zunächst bestimmte Medikamente und andere Lösungen (z.B. aus Kochsalz und Kamille). Anschließend atmet der Betroffene den "Nebel" über eine Maske oder ein Mundstück tief in die Atemwege und Lungen ein. Dort können die Wirkstoffe dann aktiv werden.