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Paukenröhrchen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (14. November 2012)

Allgemeines

Paukenröhrchen kommen bei bestimmten Erkrankungen des Mittelohrs zum Einsatz. So etwa, wenn sich in der Paukenhöhle im Mittelohr Flüssigkeit (z.B. Eiter als Folge einer Infektion) hinter dem Trommelfell angesammelt hat, die abgeleitet werden muss, oder das Mittelohr belüftet werden soll. Bei Kindern sind Paukenröhrchen häufiger notwendig als bei Erwachsenen.

Paukenröhrchen sind winzige Röhrchen aus Metall (z.B. Titan, Gold-Platin, vergoldetes Silber) oder Kunststoff, die es in unterschiedlichen Formen gibt: Manche sehen T-förmig aus, andere ähneln eher einer Spule oder Garnrolle.

Der Arzt setzt das Paukenröhrchen meist ambulant während einer kurzen OP ins Ohr ein. Dazu macht er einen kleinen Schnitt im Trommelfell (sog. Parazentese) und saugt eventuell dahinter liegende Flüssigkeit ab. Dann setzt er das Paukenröhrchen in die entstandene Öffnung, damit das Trommelfell nicht zuheilt. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen äußerem Gehörgang und Mittelohr. Das Paukenröhrchen ermöglicht einerseits einen Luftaustausch, der bei einer entzündeten Schleimhaut im Mittelohr beim Heilungsprozess hilft. Andererseits kann so auch Flüssigkeit abfließen, die sich bei manchen Erkrankungen hinter dem Trommelfell ansammelt (z.B. Eiter). Die Paukenröhrchen-OP dauert meist nicht länger als 15 Minuten.

Graphische Darstellung eines Paukenröhrchens im Ohr.

Eingesetztes Paukenröhrchen (Bild anklicken)

Eine Vollnarkose während der Paukenröhrchen-OP ist bei älteren Kindern und Erwachsenen nicht zwingend erforderlich, denn normalerweise entstehen bei diesem Eingriff keine Schmerzen. Allerdings empfinden viele Patienten den Eingriff im Ohr als unangenehm, da sie direkt am Trommelfell stattfinden und dadurch laut sind. Bei Kindern unter 12 Jahren werden die Parazentese und das Setzen des Paukenröhrchens deshalb in der Regel immer unter Vollnarkose vorgenommen, sodass ein kurzer Krankenhausaufenthalt erforderlich ist. Bei Patienten über 12 Jahren ist der Eingriff auch mit örtlicher Betäubung möglich.

Nachdem der Arzt das Paukenröhrchen eingesetzt hat, kann man in der Regel auf dem betroffenen Ohr für kurze Zeit schlechter hören. Das liegt daran, dass das Trommelfell um das Paukenröhrchen herum nicht sofort dicht anliegt. Sobald sich das Trommelfell um das Paukenröhrchen herum geschlossen hat (etwa nach 14 Tagen), stellt sich jedoch die gewohnte Hörfähigkeit wieder ein.

Meist werden Paukenröhrchen nur vorübergehend (Wochen bis Monate) eingesetzt, sie können in bestimmten Fällen jedoch auch dauerhaft im Ohr verbleiben.

Das Paukenröhrchen fällt normalerweise nach etwa 3 bis 12 Monaten einfach von selbst heraus oder der Arzt entfernt es nach gegebener Zeit. Sobald das Paukenröhrchen fehlt, beginnt sich das Trommelfell zu schließen und heilt in der Regel von selbst zu. In manchen Fällen muss die verbliebene Öffnung im Trommelfell auch chirurgisch geschlossen werden.

Paukenröhrchen: Video






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