Osteotomie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. April 2015)

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Die Osteotomie ist ein operatives Verfahren, um Fehlstellungen von Knochen zu korrigieren – so zum Beispiel Bein-, Fuß-, Zahn- und Kieferfehlstellungen.

Wozu eine Osteotomie dient, macht bereits der Begriff deutlich: Das Wort Osteotomie setzt sich zusammen aus -osteo für "Knochen" und -tom für "Schnitt", "Abschnitt". Bei der Osteotomie durchtrennt der Chirurg ganz gezielt Knochen, um diese anschließend in neuer Stellung wieder anzusetzen und zu fixieren. Durch diesen chirurgischen Eingriff können beispielsweise Fehlstellungen unterschiedlicher Art wieder ausgeglichen werden – in dem Fall sprechen Chirurgen von einer Umstellungsosteotomie oder Korrekturosteotomie.

Fehlstellungen können entweder angeboren sein oder sich im Lauf des Lebens eingestellt haben. Typische Fälle für eine Osteotomie sind beispielsweise X-Beine, O-Beine (Valgus- oder Varus-Fehlstellung) oder unterschiedlich lange Beine. Dabei soll der Eingriff verhindern, dass aufgrund der Fehlstellung Gelenke wie das Knie frühzeitig verschleißen (Arthrose).

Meistens nehmen Ärzte eine Umstellungsosteotomie an den langen Röhrenknochen vor, zum Beispiel am Oberschenkelknochen (Femur) oder am Schienbein (Tibia). Dabei entnimmt der Chirurg entweder Keile aus dem Knochen (zuklappende oder subtraktive Osteotomie) oder aber er spreizt den Knochen auf (aufklappende oder additive Osteotomie).

Aber nicht nur bei Fehlstellungen wie O-Beinen, X-Beinen oder Deformitäten der Hände kann die Osteotomie zum Einsatz kommen. Zahn- und Kieferchirurgen nutzen ebenfalls die Osteotomie, um beispielsweise Fehlbisse zu korrigieren oder festsitzende Zähne chirurgisch aus dem Kiefer zu entfernen (z.B. bei Weisheitszähnen). Die Anwendungsgebiete einer Osteotomie sind entsprechend vielfältig – ebenso zahlreich sind auch die unterschiedlichen Osteotomie-Methoden, die dem Chirurgen zur Verfügung stehen.

Nach dem Eingriff fixiert der Chirurg den neu zusammengesetzten Knochenabschnitt mit unterschiedlichen Materialien, so zum Beispiel mit Drähten, Nägeln, Platten, Schrauben oder Klammern.

Normalerweise wird eine Osteotomie bei Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Osteoporose nicht angewandt, da die Knochen hier oft weniger gut heilen. Auch starkes Übergewicht schließt eine Korrektur der Beinachse mithilfe einer Osteotomie meist aus. Zu den möglichen Komplikationen einer Osteotomie gehören beispielsweise Unterschiede in den Beinlängen, aber auch Druckschmerzen, die durch die fixierten Abschnitte entstehen.