Anzeige

Anzeige

Organtransplantation

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. November 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Bei einer Organtransplantation übertragen Ärzte in einer Operation gesunde Organe oder Teile von Organen auf einen chronisch schwer kranken Menschen. Ziel dieser Operation ist es, dem Empfänger die Funktion eines zerstörten Organs wiederzugeben und so sein Leben zu retten, zum Beispiel durch eine Nierentransplantation.

Organtransplantationen gehören heute zum Standard der medizinischen Versorgung. Allein in Deutschland haben Ärzte zwischen 1963 und 2013 laut dem Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) 116.650 Organe verpflanzt. Obwohl Mediziner in Deutschland im Jahr 2012 4.059 Organtransplantationen vorgenommen haben, ist die Versorgung aller darauf angewiesenen Patienten bei weitem nicht möglich. Derzeit befinden sich in Deutschland rund 11.000 Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan.

Viele Menschen in Deutschland leben mithilfe der sogenannten künstlichen Niere (Dialyse). Fast 8.000 stehen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation. Jährlich erreichen mehr als 2.000 Menschen das Endstadium schwerster Leber-, Herz- oder Lungenerkrankungen. Da es bei diesen Krankheiten keine langfristige Ersatztherapie wie die Dialyse gibt, können Ärzte ihr Leben nur mithilfe einer Organverpflanzung retten.

Die Rahmenbedingungen der Organtransplantation sind gesetzlich streng geregelt. Transplantationen dürfen zum Beispiel nur von Ärzten in speziellen dafür zugelassenen Transplantationszentren durchgeführt werden. Es ist verboten, mit Organen, die einer Heilbehandlung dienen, Handel zu betreiben. Unter das Verbot fällt, solcherart gehandelte Organe zu entnehmen, zu verpflanzen oder sich selbst einpflanzen zu lassen. Bereits der Versuch eines Organhandels ist strafbar.

Mit einem Organspendeausweis können Sie festlegen, ob Sie im Falle Ihres Todes Organe spenden möchten.

Im Ausweis können Sie genaue Angaben machen, welche Organe nach Ihrem Tode entnommen werden dürfen und welche nicht. Auch können Sie zum Beispiel bestimmen, dass ein Dritter nach dem Tode die Entscheidungen trifft, welche Organe gespendet werden dürfen, wenn Ihnen dies lieber ist.

Neben der Organspende von Verstorbenen gibt es auch sogenannte Lebendspenden, bei der Menschen Organe oder Teile ihrer Organe schon zu ihren Lebzeiten spenden. Das ist zum Beispiel bei Organen wie der Niere möglich, da sie paarweise angelegt ist. Ein Angehöriger mit zwei gesunden Nieren könnte also eine Niere spenden. Auch Teile einer gesunden Leber kann ein Chirurg zu Lebzeiten transplantieren. Solche Spenden sind nur im Rahmen von nahen Angehörigen oder engen Beziehungen möglich, um Missbrauch zu vermeiden.


Anzeige