Olfaktometrie (Riechtest)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Januar 2014)

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Die Olfaktometrie (Riechtest) dient dazu, den Geruchssinn (bzw. die olfaktorische Wahrnehmung) zu untersuchen: Normalerweise kann der Mensch bis zu mehrere Tausend Gerüche unterscheiden. Der Geruchssinn kann aber auch gestört sein oder ganz verloren gehen. Um das Ausmaß der Riechstörung zu bestimmen, stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung.

Ab dem 40. Lebensjahr verschlechtert sich bei vielen Menschen der Geruchssinn. Die genauen Ursachen hierfür sind noch ungeklärt – vermutlich spielt der altersbedingte Verschleiß der Geruchszellen eine Rolle. Daneben können auch altersunabhängige Erkrankungen mit Riechstörungen oder Geruchsverlust einhergehen. In diesen Fällen bietet sich die Olfaktometrie als eine Diagnosemaßnahme an. Der Riechtest ermöglicht es, das Riechvermögen quantitativ und qualitativ zu beurteilen: Dabei hat sich gezeigt, dass die quantitative Geruchsstörung (d.h. eine verminderte oder verstärkte Geruchsempfindlichkeit) weiter verbreitet ist als qualitative Riechstörungen (d.h. veränderte oder falsche Wahrnehmungen bestimmter Duftstoffe).

  • Ein quantitativer Riechtest kann folgende Ergebnisse zeigen:
    • Normosmie: Die Geruchswahrnehmung ist normal.
    • Hyposmie: Die Empfindlichkeit des Geruchssinns ist vermindert.
    • Anosmie: Es ist gar kein Geruchssinn vorhanden. Betrifft dieser Riechverlust nur einen bestimmten Duftstoff oder eine Duftstoffgruppe, bezeichnet man dies als teilweise (partielle) Anosmie.
  • Die qualitative Olfaktometrie kann folgende Riechstörungen aufdecken:
    • Parosmie: Es liegt eine Sinnestäuschung vor, bei der die Betroffenen einen vorhandenen Geruchsstoff anders – oft als unangenehm – wahrnehmen. Eine solche Riechstörung kann beispielsweise bei einem Hirntumor, als Aura vor einem epileptischen Anfall oder in der Schwangerschaft auftreten.
    • Phantosmie: Es findet eine Geruchswahrnehmung statt, obwohl die entsprechenden Duftstoffe nicht vorhanden sind.
    • Pseudosmie: Die Betroffenen deuten einen Geruchseindruck einfallsreich um.
    • Olfaktorische Intoleranz: Der Geruchssinn funktioniert normal, doch die Betroffenen reagieren auf bestimmte Duftstoffe mit überhöhter Empfindlichkeit.

Ergibt die Olfaktometrie einen gestörten oder fehlenden Geruchssinn, ist dies zwar nicht lebensbedrohlich, aber auch keineswegs ungefährlich: Schließlich fehlt ein wichtiges Alarmsystem, denn der Geruchssinn kann auf Gefahren wie Brände oder giftige Dämpfe aufmerksam machen. Ohne ihn würden wir auch nicht vor verdorbenen Lebensmitteln gewarnt. Langfristig kann der Geruchsverlust zu Appetitlosigkeit oder sogar zu Depressionen führen.