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Nuklearmedizin

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. August 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Unter Nuklearmedizin versteht man das medizinische Fachgebiet, in dem radioaktive Substanzen bei verschiedenen Diagnose- und Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Eines der bekanntesten Einsatzgebiete der Nuklearmedizin ist die Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen.

Auf die Nuklearmedizin greifen Ärzte aber auch bei anderen Erkrankungen zurück, beispielsweise im Rahmen von Krebs und Herzerkrankungen. Zudem findet sie Anwendung bei Untersuchungen des Gehirns und des zentralen Nervensystems (ZNS) (Frühdiagnostik bei Demenz) sowie bei rheumatischen Erkrankungen.

Die verwendeten Substanzen in der Nuklearmedizin sind radioaktiv. Sie bestehen aus einem kurzlebigen Radioisotop, das heißt einem radioaktiven Teilchen, das unter Abgabe von Gamma- oder Beta-Strahlung im Körper rasch zerfällt. Meist ist außerdem ein zweiter Bestandteil vorhanden. Dieser bindet sich spezifisch an einen bestimmten Zelltyp beziehungsweise sammelt sich in einem bestimmten Organ oder Gewebe des menschlichen Körpers an. Typischer Bestandteil ist etwa Traubenzucker, der sich vor allem in solchen Zellen anreichert, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen, zum Beispiel Tumorzellen. Über die Blutbahn (z.B. Injektionen), den Nahrungsstoffwechsel (bspw. Pillen) oder die Atemluft (Aerosol) gelangt das Radioisotop genau zu den Orten, an denen es diagnostisch und/oder therapeutisch wirken soll. Im Rahmen der Diagnose können so bestimmte Stoffwechselvorgänge grafisch dargestellt und somit sichtbar gemacht werden.

Da die radioaktiven Substanzen der Nuklearmedizin nur schwach radioaktiv sind und nach wenigen Stunden bis mehreren Tagen zerfallen, ist die Strahlenbelastung nur gering und verursacht in der Regel keine Nebenwirkungen oder Folgeschäden. Die aufgenommene Strahlendosis bei einer nuklearmedizinischen Untersuchung entspricht durchschnittlich der Menge, die ein Mensch in einem Jahr aus der Umgebung aufnimmt. Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs hat etwa dieselbe Strahlenmenge. Auch sonst haben die nuklearmedizinischen Verfahren kaum Nebenwirkungen. In manchen Fällen können örtliche Reizungen auftreten, etwa eine Entzündung der Schilddrüse infolge einer Radiojodtherapie.


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