Nuklearmedizin: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. August 2015)

Bei der Therapie von Krankheiten mithilfe der Nuklearmedizin bringt der Strahlentherapeut Radiopharmaka, die meist Betastrahlen abgeben, direkt in das zu behandelnde Organ ein. Im Gegensatz zu den Gammastrahlen durchdringen die Betastrahlen das Gewebe weniger weit, so dass sie benachbarte Organe nicht zusätzlich belasten.

Die bekannteste nuklearmedizinische Therapiemethode ist die Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs oder einer Schilddrüsenüberfunktion. Die erkrankte Person nimmt dabei radioaktiv markiertes Jod – das Jodid-Isotop Jod-131 – oral in Form einer Kapsel ein. Dieses lagert sich aufgrund des Stoffwechsels und eines spezifischen Aufnahmemechanismus vor allem in der Schilddrüse an und zerstört dort durch radioaktive Strahlung zum Beispiel bösartiges Gewebe.

Ein weiterer Einsatzbereich der Nuklearmedizin ist die Behandlung von entzündlichen Prozessen, zum Beispiel Rheuma von Schulter- oder Kniegelenken. Dabei spritzt der Arzt das radioaktive Isotop Yttrium-90 direkt in das Gelenk.

Auch bei der Therapie sogenannter neuroendokriner Tumoren (Karzinoide) sowie beim Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) kommt die Nuklearmedizin zum Einsatz. Für die Behandlung neuroendokriner Tumoren verwenden Ärzte zum Beispiel Yttrium-90 oder Lutetium-177. Bei einem Non-Hodgkin-Lymphom kommt zur Therapie eine Radioimmuntherapie mit Y-Ibritumomab-Tiuxetan (Zevalin) infrage: Die Grundlage dieser Behandlung ist eine Antikörpertherapie, bei welcher der Antikörper mit einer radioaktiven Substanz verbunden ist.

Risiken und Komplikationen

Alle Untersuchungs- und Therapieverfahren der Nuklearmedizin sind meist sehr gut verträglich. Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf. Hierzu zählen unter anderem örtliche Reizungen oder Entzündungen sowie Wasseransammlungen (Ödeme).