Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Nierenwerte

Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland (15. Mai 2014)

Kreatinin

Kreatinin entsteht in Muskel- und Nervenzellen und geht von diesen ins Blut über. Anders als beim Harnstoff hängt die Bildung von Kreatinin aber nur in geringem Maße von der Muskelmasse ab. Da der Stoff zudem fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird, gilt die Kreatininmenge im flüssigen Teil des Blutes – das sogenannte Serumkreatinin – als empfindlicher Indikator für die Filtrationsleistung der Niere.

Perfekt ist dieser Indikator allerdings auch nicht. Denn zum einen sagt der Kreatininwert allein nicht sehr viel über die Funktion beziehungsweise eine Erkrankung der Nieren aus. Zum anderen steigt der Kreatininspiegel im Blut erst dann auf krankhafte Werte, wenn die Filtrationsrate der Niere bereits auf weniger als die Hälfte des Normalen abgefallen ist, also erst bei fortgeschrittenem Funktionsverlust.

Dennoch wird der Kreatininwert häufig standardmäßig bei Blutuntersuchungen bestimmt, was relativ einfach und schnell geht. Denn er ist die Grundlage für die Berechnung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) – und schon deshalb unerlässlicher Teil der Nierendiagnostik. Denn anhand der GFR können Ärzte erkennen, wie gut die Nieren noch funktionieren. Daher teilen sie anhand der GFR auch Nierenkrankheiten in verschiedene Schweregrade ein.

Das Kreatinin spielt auch in anderer Hinsicht eine Rolle: Durch Kontrollen des Kreatininwerts lassen sich Therapien mit Medikamenten, die potenziell schädlich auf die Nieren wirken, überwachen.

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Kreatininkonzentration, weil sich die Filtrationsfunktion der Niere mit den Jahren verschlechtert. Deshalb gelten für Personen über 50 Jahre für den Kreatininwert höhere Normalwerte.

Ist der Kreatininwert erhöht oder erniedrigt, kann das unterschiedliche Ursachen haben.

  • Kreatinin erhöht:
    • akutes oder chronisches Nierenversagen (Niereninsuffizienz)
    • Muskelzersetzung (Rhabdomylose)
    • verlegte Harnwege (Harnsteine, Fehlbildung, sog. Wassersackniere oder fachlich "Hydronephrose")
    • Medikamente (Überwachungsmaßnahme, z.B. bei Therapie mit Antibiotika wie Aminoglykosiden, Erythromycin und bei Therapie mit Zytostatika)
    • exzessiver Fleischgenuss
    • massive Muskelquetschung
    • Akromegalie (stark vergrößerte äußerste Enden des Körpers, wie Finger, Zehen, Hände, Füße, Nase, Kinn etc.)

  • Kreatinin erniedrigt:

Ein auffälliger Kreatinin-Wert allein sagt noch nichts über die Art der Erkrankung aus. Wenn der Verdacht auf eine Nierenfunktionsstörung besteht, ist daher eine etwas aufwendigere Untersuchung notwendig: die Bestimmung der Kreatinin-Clearance.






Anzeige