Nierenfunktions­szintigraphie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Juli 2013)

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Ein häufig angewandtes Verfahren zur Untersuchung der Niere ist die Nierenfunktionsszintigraphie. Der Arzt überprüft dabei seitengetrennt – also sowohl für die rechte als auch die linke Niere – die Durchblutung der Nieren, die Harnausscheidung und den Harnabfluss.

Zudem ist eine seitengetrennte Beurteilung der Reinigungsfunktion der Niere (Clearance) möglich. Der Begriff Clearance bezeichnet das Volumen an Blutplasma (Anteil des Bluts ohne Blutzellen), welches die Nieren in einer bestimmten Zeit von Stoffen befreien ("reinigen") können, die der Körper über den Urin ausscheiden muss.

Mithilfe einer Nierenfunktionsszintigraphie lässt sich die Funktion der Nieren beurteilen. Ärzte wenden sie daher häufig bei der Diagnose von Abflussstörungen der ableitenden Harnwege bei Kindern an, insbesondere bei angeborenen Verengungen des Harnleiters. Aber auch bei Erwachsenen ist eine Nierenfunktionsszintigraphie sinnvoll, beispielsweise um die Nierenfunktion bei ungeklärtem Harnstau oder vor Operationen der Niere zu überprüfen. Für Schwangere ist die Untersuchung allerdings nicht geeignet, da hier radioaktiv markierte Substanzen eingesetzt werden.

In der Transplantationsmedizin wenden Ärzte die Nierenfunktionsszintigraphie ebenfalls an. Damit können sie einerseits überprüfen, ob ein Nierenspender geeignet ist und andererseits kontrollieren, ob die transplantierte Niere richtig arbeitet.

Mit einer Nierenfunktionsszintigraphie kann der Arzt ausschließlich überprüfen, ob die Nieren und ableitenden Harnwege funktionieren.

Aussagen zum "Aussehen" der Organe lassen sich nicht treffen. Daher ordnet der Arzt meist neben der Szintigraphie auch eine Ultraschalluntersuchung an, um beurteilen zu können, ob die Nieren richtig aufgebaut sind, ob sie die richtige Form haben und ob sie vergrößert oder verkleinert sind. Dieses Wissen ist für die Diagnose verschiedener Nierenerkrankungen meist sehr hilfreich.

Die Durchführung einer Nierenfunktionsszintigraphie dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten. In dieser Zeit sollte sich der Untersuchte möglichst nicht bewegen, um aussagefähige Untersuchungsergebnisse zu erhalten.