Narben & Narbenbehandlung: Narbenpflaster & feuchte Wundbehandlung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Dezember 2011)

Narbenpflaster

Vor allem bei der Behandlung hypertropher Narben, also überschießendem, wulstigen Narbengewebe im Wundbereich, sind sogenannte Narbenpflaster sehr wirksam. Narbenpflaster können aber auch vorbeugend, etwa nach der Entfernung von Leberflecken oder Warzen angewendet werden, um die Heilungsprozesse zu unterstützen und die Bildung hypertropher Narben zu verhindern.

Narbenpflaster bestehen aus Material, das atmungsaktiv und wasserdampfdurchlässig ist. Sie schaffen im Narbenbereich ein Hautklima, das die Stoffwechselprozesse anregt und die Erneuerung des Gewebes fördert. Zusätzlich bewirken Narbenpflaster durch die Ausübung von leichtem Druck auf die Narbe eine Umstrukturierung des Gewebes und machen es so elastischer. Narbenpflaster enthalten keine pharmazeutischen Wirkstoffe, Nebenwirkungen durch ihre Anwendung sind nicht bekannt.

Narbenpflaster können Sie sowohl bei frischen als auch bei alten Narben einsetzen. Ihre Anwendung ist schmerzfrei und in der Regel auch für Personen mit Allergien oder empfindlicher Haut, bei Kindern und während der Schwangerschaft geeignet.

An Körperteilen, die man viel bewegt (z.B. Ellbogen, Knie), kann die Anwendung zusätzlicher Fixierstreifen notwendig werden, die mitunter zu Hautreizungen führen können.

Narbenpflaster werden nach abgeschlossener Wundheilung (kein Schorf mehr, Fäden nach operativen Eingriffen müssen gezogen sein) auf die Narbe geklebt und dort mindestens zwölf Stunden belassen. Aus hygienischen Gründen sollte man das Narbenpflaster spätestens nach 24 Stunden wechseln.

Eine Narbenbehandlung mit Narbenpflastern erfolgt meist über einen Zeitraum von etwa zwei bis drei Monaten. Die genaue Behandlungsdauer hängt von der Beschaffenheit der Narbe und der Hautstruktur des Betroffenen ab. Während dieses Zeitraums sollte man die Behandlung nicht länger als zwölf Stunden unterbrechen, um einen kontinuierlichen Regenerationsprozess zu gewährleisten.

Die Anwendung von Narbenpflastern reduziert Narbengewebe. Die Narben werden im Ergebnis flacher, heller und elastischer.

Keine Wirkung zeigen Narbenpflaster bei großflächigen Narben (z.B. nach Verbrennungen), bei Narben, die unter dem Hautniveau liegen (atrophe Narben, z.B. durch Akne), und bei Keloiden (wuchernden Narben).

Feuchte Wundbehandlung

Die Bildung von Narben lässt sich durch eine gute und rechtzeitige Wundbehandlung positiv beeinflussen. Die sogenannte feuchte Wundbehandlung, unterstützt die natürlichen Prozesse der Wundheilung und kann diese um bis zu 40 Prozent beschleunigen.

Bei der feuchten Wundbehandlung handelt es sich nicht einfach um "feuchte Pflaster". Vielmehr werden hier Verbände oder Pflaster auf die Wunde aufgebracht, die mit einer speziellen, hydroaktiven Wundauflage ausgestattet sind. Die Substanzen dieser Auflage verhindern ein Austrocknen der Wundflüssigkeit. Für die Wundheilung wichtige Stoffe, wie Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren, können auf diese Weise länger in der Wunde wirken und die Neubildung von Zellen anregen.

Auch das Infektionsrisiko lässt sich durch ein feuchtes Wundmilieu deutlich senken. Die Bildung von Wundschorf, der wie eine mechanische Barriere die Einwanderung neu gebildeter Zellen stört, wird verhindert. Darüber hinaus verklebt die Auflage des feuchten Verbands oder Pflasters nicht mit dem Wundbereich. Es besteht somit beim Abnehmen des Verbands oder Pflasters keine Gefahr, dass bereits neu gebildetes Gewebe wieder zerstört wird.

Durch feuchte Wundverbände lassen sich die Wundheilungsprozesse erheblich beschleunigen. Zudem wird die Bildung von überschießendem Narbengewebe durch eine feuchte Wundbehandlung reduziert.

Pflaster für feuchte Wundbehandlung können in der Regel mehrere Tage auf der Wunde bleiben.