MRT in der Brustkrebsvorsorge: Durchführung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (14. April 2015)

Der menschliche Körper besteht aus vielen kleinen Wasserstoffatomen. Sie befinden sich im gesamten Körper, allerdings kommen sie je nach Art des Gewebes unterschiedlich häufig und in Verbindung mit verschiedenen anderen Atomen vor.

Durch kleine Drehbewegungen um sich selbst erzeugen die Wasserstoffatome im Körper ein kleines eigenes Magnetfeld, das sich durch einen starken Magneten von außen beeinflussen lässt. Genau dies ist Ziel der Magnetresonanztomographie: Mittels eines starken Magneten bringt man die Wasserstoffatome des Körpers dazu, sich am Magnetfeld des Tomographen auszurichten statt sich in alle Richtungen zu drehen.

Während der Untersuchung gibt das Gerät immer wieder ein elektromagnetisches Radiosignal ab, wodurch die Wasserstoffatome Energie aufnehmen und kontinuierlich abgelenkt werden.

Wenn das Signal abgeschaltet wird, geben die kleinen Teilchen die aufgenommene Energie in Form von Wärme ab und fallen in ihren Ausgangszustand zurück. Das Gerät misst nun die abgegebene Wärme und die Zeit, die die Teilchen brauchen, um in ihre Ausgangsposition zurückzukehren.

Die gemessenen Werte entstehen dabei in Abhängigkeit des Gewebes, in denen sich die Wasserstoffatome befinden: Manche Gewebe leiten Wärme besser als andere. Fett zum Beispiel ist ein dichtes Gewebe, das die Energie schneller weiterleitet als beispielsweise Flüssigkeiten. Deshalb kehren Wasserstoffatome in Fettgewebe schneller in ihre ursprüngliche Position zurück als Wasserstoffatome in Flüssigkeiten.

Die Durchführung einer Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnose von Brustkrebs läuft folgendermaßen ab: Die Frau liegt bei der Untersuchung in Bauchlage auf einer speziellen Liege, mit der sie in eine tunnelartige Röhre gefahren wird: die Magnetröhre des Tomographen.

Das starke Magnetfeld von 0,5 bis 1,5 Tesla (ca. 100.000-fach so hoch wie das Erdmagnetfeld) produziert die MRT-Bilder. Teilweise erzeugen Magnetresonanztomographen auch Feldstärken von 3 Tesla und mehr, um eine gute Auflösung der Bilder zu erzielen. Geräte, die Feldstärken von 7 Tesla erzeugen, sind derzeit in der Erprobung.

Die magnetischen Wellen regen die Wasserstoffatome im Körper zu Schwingungen an. Beim Abschalten des Felds fallen sie in ihren ursprünglichen Zustand zurück und geben dabei eine Art Signal ab. Spezielle Detektoren fangen dieses auf. Ein Computerprogramm errechnet aus diesen Informationen ein Bild.

Um die MRT-Bilder klarer und damit aussagekräftiger zu machen, erhält die Frau während der Magnetresonanztomographie über eine Armvene ein Kontrastmittel, nachdem zuvor ein Bild ohne Kontrastmittel angefertigt wurde. Der Computer verrechnet die Schnittbilder der Brust vor und nach der Kontrastmittelgabe. Übrig bleiben die Areale in der Brust, die das meiste Kontrastmittel aufnehmen, wozu auch die meisten bösartigen Tumoren gehören.