Moxa-Therapie (Moxibustion)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (13. Juni 2012)

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Der Therapeut legt dem Patienten etwa 5-Cent-Stück-große Ingwerscheiben auf den Handrücken, setzt kleine Kegel aus Moxa darauf und zündet diese an. Die Flamme verlischt, sodass die Kegel nur noch glimmen – Rauch steigt auf. Die Wärme der Kegel wird immer deutlicher spürbar. – So oder so ähnlich könnte eine Sitzung bei der Moxa-Therapie ablaufen.

Die Moxa-Therapie ist eine Variante der Akupunktur und eine Methode der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Aber nicht bei allen Moxa-Formen kommen Nadeln zum Einsatz. Grundlegend für alle Moxa-Behandlungen ist, dass man über bestimmten Punkten der Haut feingeriebenes Beifußkraut (die sog. Moxa) abbrennt und diese Punkte so erwärmt. Das Abrennen von Moxa bezeichnet man als Moxibustion. Hin und wieder werden auch andere Kräuter für das "Moxen" verwendet.

Die bei der Moxa-Therapie behandelten Hautpunkte liegen auf sogenannten Meridianen oder Energiebahnen über den gesamten Körper verteilt. In ihnen soll das sogenannte Qi (sprich: Tschi oder lautschriftlich [t͜ʃiː]) fließen, also die körpereigene Energie. Das Reizen dieser Punkte durch Wärme soll mögliche Energieblockaden lösen und so das Qi wieder zum Fließen und ins Gleichgewicht bringen. Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin lassen sich mithilfe der Moxibustion daher Beschwerden beheben, die durch einen gestörten Qi-Fluss entstehen.

Meist dauert eine Moxa-Behandlung im Durchschnitt 15 bis 30 Minuten, wobei insgesamt mehrere Sitzungen üblich sind. Im Laufe einer Sitzung erwärmt der Therapeut immer wieder bestimmte Hautpunkte. Das Abbrennen des Beifußkrauts während der Moxa-Therapie erfolgt in der Regel indirekt, also ohne echten Hautkontakt – insbesondere in China und Japan ist aber auch die direkte Moxibustion noch üblich.

Woher kommen die Begriffe Moxa und Moxibustion?
Zwar gehört die Moxa-Therapie zu den Methoden der traditionellen chinesischen Medizin, beim Namen hat sich jedoch die japanische Variante durchgesetzt: Der Begriff Moxa geht auf die beiden japanischen Wörter mo (= brennen) und kusa (= Kraut) zurück. Bei Moxibustion kommt außerdem noch ein lateinischer Begriff hinzu: combustio (= Verbrennung). Moxibustion bezeichnet also genaugenommen das Verbrennen von "Brennkraut".

Die vom Therapeuten gewählten Moxa-Punkte entsprechen in der Regel den Punkten, die auch für die klassische Akupunktur genutzt werden. Es gibt jedoch ein paar Unterschiede: So spart der Therapeut bei der Moxibustion normalerweise Akupunkturpunkte im Gesicht sowie am Schädel und Hals aus, ebenso wie alle Punkte im Bereich von Schleimhäuten. Auch direkt über Organen, Krampfadern oder Wunden wird der Therapeut keine Moxa-Behandlung beginnen. Im Unterschied zur klassischen Akupunktur meidet man den Bauchnabel bei der Moxibustion allerdings nicht, sondern behandelt diesen oft über die "indirekte Moxibustion" mit.

Generell ist es zu empfehlen, Gesundheitsbeschwerden zuerst von Ihrem Arzt abklären zu lassen. Lassen die Beschwerden nicht nach, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Aussagekräftige wissenschaftliche Studien zu Wirkung und Wirksamkeit der Moxa-Therapie gibt es bislang kaum.